Es handelte sich um ein Bild aus dem Musikvideo zu „I Want To Break Free“.
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Wir alle haben unsere Lieblingsmusiker. Vielleicht hast du ein Poster von ihnen zu Hause, vielleicht ein Foto von dem Moment, als du deine Idole nach einem Konzert getroffen hast, oder vielleicht eine Art Erinnerungsstück.
Doch man muss vorsichtig sein, was man wo in sozialen Netzwerken postet – zumindest, wenn man in Russland lebt.
Während die Band Queen in weiten Teilen der westlichen Welt als eine der einflussreichsten Bands aller Zeiten gilt, haben die russischen Behörden eine ganz andere Haltung gegenüber den Legenden.
Zumindest gegenüber einem ihrer bekanntesten Musikvideos.
Gerichtsurteil bestätigt
Ein Moskauer Gericht hat eine Geldstrafe gegen den 22-jährigen David Gewondjan bestätigt, weil er ein Bild geteilt hatte, auf dem die Mitglieder von Queen in Frauenkleidung zu sehen sind, berichtete das unabhängige russische Medium Verstka.
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Bei dem Bild handelte es sich um ein Standbild aus dem Musikvideo der Band aus dem Jahr 1984 zu „I Want to Break Free“, in dem die Mitglieder in Drag auftreten.
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Das Gericht entschied, dass das Bild, das auf der russischen Social-Media-Plattform VK veröffentlicht worden war, „LGBT-Propaganda“ darstelle und dazu beitrage, „Familienwerte zu zerstören“ sowie „die Vorstellung von der Beziehung zwischen Mann und Frau zu verzerren“, berichtete Verstka unter Berufung auf das Urteil.
Gewondjan hatte gegen das ursprüngliche Urteil vom vergangenen März Berufung eingelegt und argumentiert, das Bild sei Teil eines bekannten Musikvideos und trage keine politische Botschaft. Das Gericht wies die Berufung zurück und erklärte, der Beitrag habe „keine musikalische Konnotation“.
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Breiteres Vorgehen
Die Richter verwiesen zudem auf weitere Inhalte auf Gewondjans VK-Seite, darunter Bilder von sich küssenden Männern sowie Fotos von Männern in Miniröcken, Strümpfen und Perücken.
Nach Auffassung des Gerichts stellten diese Beiträge „nicht traditionelle sexuelle Beziehungen als natürlich dar“ und stellten „eine Bedrohung für das demografische Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes“ dar, berichtete Verstka.
Während die Höhe der Geldstrafe nicht bekannt gegeben wurde, erlaubt das russische Recht Geldbußen von bis zu 200.000 Rubel (rund 2.600 US-Dollar) für Online-Material, das als Förderung „nicht traditioneller sexueller Beziehungen“ eingestuft wird.
Zusätzlich verurteilte das Gericht Gewondjan zu zehn Tagen Haft, weil er ein nach Darstellung des Gerichts „extremistisches“ Symbol gezeigt habe, nachdem er eine Flagge gepostet hatte, die historisch von ukrainischen Nationalisten verwendet wurde.
Quellen: Verstka, Kyiv Post
