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Kiss & Fly: Gratiszone oder Gebühr? Große Unterschiede an Europas Flughäfen

Heathrow airport,lufthavn
Framalicious / Shutterstock.com

Die Regeln für das Absetzen von Passagieren unterscheiden sich an Europas Flughäfen deutlich.

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Während Reisende in vielen europäischen Ländern kostenlos am Terminal abgesetzt werden, wird derselbe Moment in Großbritannien zunehmend teuer. Der Unterschied sorgt für Frust und wirft Fragen zur Flughafenpolitik auf.

Nicht nur Urlauber, auch Geschäftsreisende und Pendler sind betroffen. Kritiker sprechen inzwischen von einem strukturellen Problem.

Europa als Maßstab

Wie Euronews berichtet sind sogenannte „Kiss-and-Fly“-Zonen an vielen Flughäfen auf dem europäischen Festland weiterhin gratis. In Venedig dürfen Autos bis zu 20 Minuten direkt vor dem Terminal halten, ohne zu zahlen.

Auch in Deutschland sind „Kiss-and-Fly“-Zonen in der Regel kostenlos nutzbar, allerdings nur für sehr kurze Zeit, wobei die erlaubte Dauer je nach Flughafen variiert.

Am Flughafen Berlin Brandenburg stehen sowohl auf der Abflug- als auch auf der Ankunftsebene jeweils 10 kostenlose Minuten zur Verfügung, während am Flughafen München 5 Minuten im Abflugbereich und 10 Minuten im Ankunftsbereich kostenfrei sind, bevor Gebühren anfallen.

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Diese Praxis steht im deutlichen Kontrast zur Situation im Vereinigten Königreich.

Gebühren als Einnahmequelle

Wie Euronews berichtet, haben große britische Flughäfen ihre Bringgebühren in den vergangenen Jahren schrittweise erhöht. Zuletzt hoben Glasgow und Aberdeen die Preise auf 7 Pfund (etwa 8,40 Euro) für 15 Minuten an.

London Gatwick erhöhte Anfang des Jahres seine Gebühren auf 10 Pfund (etwa 12 Euro) für zehn Minuten und ist damit landesweit an der Spitze. Auch andere Londoner Flughäfen verlangen zwischen 7 und 8 Pfund für kurze Aufenthalte, während regionale Airports teils noch kürzere Zeitfenster erlauben.

Betreiber begründen die Preisanstiege mit höheren Kosten.

Kritik aus Wirtschaft und Alltag

Wie Euronews unter Berufung auf BBC berichtet, kritisierte Clive Wratten von der Business Travel Association, Flughäfen würden „den einfachsten Einnahmehebel“ nutzen. Höhere Gebühren machten den öffentlichen Verkehr nicht automatisch praktikabler, sondern verlagerten Kosten auf Reisende, Unternehmen und Taxifahrer.

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Auch Passagiere äußern Unmut. Ein Kommentar auf der Plattform Business Traveller sprach von einer „nationalen Schande“ und forderte ein gesetzliches Verbot solcher Gebühren.

Besonders außerhalb Londons fehlt oft eine realistische Alternative zum Auto, was den Ärger weiter verstärkt.

Sparen mit Umwegen

Wie Euronews berichtet, zeigen Verbraucherportale wie MoneySavingExpert Ausweichmöglichkeiten auf. Häufig gibt es kostenlose Langzeitparkplätze mit Shuttlebus oder Fußweg zum Terminal.

In Glasgow etwa ist das Warten bis zu einer Stunde im Langzeitparkbereich gratis, in Heathrow bieten Park-and-Ride-Zonen kostenfreie Kurzaufenthalte mit Busanschluss.

Diese Lösungen sparen Geld, erfordern jedoch zusätzliche Zeit und Planung – ein Aufwand, den nicht alle Reisenden leisten können.

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Quellen: Euronews, Flughafen Berlin Brandenburg, Flughafen München