Zum zweiten Jahr in Folge sind russische Unternehmen auf der Singapore Airshow nicht vertreten.
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Russische Rüstungsunternehmen sind auf großen internationalen Ausstellungen zunehmend schwerer zu finden. Einst eine vertraute Erscheinung, fehlen sie inzwischen auf einigen der wichtigsten Bühnen der Branche.
Ihre Abwesenheit wirft bei Analysten Fragen darüber auf, wie sich Moskaus Rüstungsexportgeschäft verändert und worauf es seine Anstrengungen derzeit konzentriert.
Abwesenheit in Asien
Zum zweiten Jahr in Folge traten russische Hersteller auf der Singapore Airshow, Asiens größter Luftfahrtmesse, nicht in Erscheinung. Die Messe fand vom 3. bis 8. Februar statt, wie Defense News berichtet.
In früheren Jahren war Moskau dort mit einer auffälligen Präsenz vertreten. Auf der Veranstaltung im Jahr 2020 teilten sich Russian Helicopters und die United Aircraft Corporation gemeinsame Pavillons, zudem wurden mehrere Flugzeugmodelle gemeinsam mit hochrangigen Besuchern präsentiert.
„Was wir beobachten, ist keine strategische Abkehr von Asien, sondern eine erzwungene Umverteilung unter schweren strukturellen Zwängen“, sagte Francesco Schiavi, Research Fellow am Middle East Institute Switzerland, gegenüber Defense News.
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„Russlands Abwesenheit von diesen wichtigen Messen spiegelt das schrumpfende, regionalisierte und zunehmend konzentrierte Profil seiner Rüstungsexporte wider, das durch den Krieg in der Ukraine noch verschärft wurde“, fügte er hinzu.
Frühere Bedeutung
Russlands Rüstungsexporte nach Asien erreichten ihren Höhepunkt etwa zwischen 2005 und 2011, als das Land große Verträge mit Indien und China abschloss.
Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts entfielen im Jahr 2025 60 Prozent aller russischen Lieferungen von schweren Waffensystemen auf China.
Auf der diesjährigen Singapore Airshow erinnerte lediglich die malaysische Luftwaffe an diese Ära, indem sie während einer Flugvorführung modifizierte Sukhoi-Su-30-MKM-Jets einsetzte. Unabhängig davon besuchte in dieser Woche eine russische Delegation unter Leitung des Sekretärs des Sicherheitsrates, Sergei Schoigu, Myanmar, um ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit zu unterzeichnen.
Verlagerung des Schwerpunkts
Im vergangenen Jahr haben russische Rüstungsunternehmen ihre Aktivitäten zunehmend auf den Nahen Osten ausgerichtet, insbesondere auf die Golfstaaten.
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Diese Verlagerung wurde auf den Ausstellungen IDEX und NAVDEX in Abu Dhabi im Februar 2025 deutlich, wo mehr als ein Dutzend russischer Aussteller modernisierte Waffensysteme präsentierten.
Schiavi beschrieb Moskaus Annäherung an den Nahen Osten und Afrika als „selektiv und kompensatorisch“ und verwies dabei auf Algeriens Kauf der Su-57 sowie die anhaltende Zusammenarbeit mit Mali, Ostlibyen und Äthiopien.
Quellen: Middle East Institute Switzerland, TASS, Defense News, Stockholm International Peace Research Institute