Ob ein Schokoriegel am Nachmittag oder ein süßer Brotaufstrich am Morgen: Der Wunsch nach Zucker oder salzigen Knabbereien gehört für viele zum Alltag.
Gerade lesen andere
Selbst wer sich der gesundheitlichen Folgen bewusst ist, greift oft trotzdem zu. Der Grund dafür liegt weniger in mangelnder Disziplin als in biologischen und erlernten Mechanismen.
Ein Zusammenspiel aus Gewohnheit und Biologie
Der Körper gewöhnt sich an bestimmte Geschmacksrichtungen und Zuckermengen. Appetit, Routine und emotionale Faktoren verstärken das Verlangen zusätzlich.
Entscheidend ist jedoch eine bestimmte Kombination von Zutaten, die bei den meisten Menschen ähnlich wirkt und gezielt das Belohnungssystem anspricht.
Die Rolle von Salz, Fett und Zucker
Seit Langem werden Lebensmittel so zusammengesetzt, dass Salz, Fett und Zucker gemeinsam auftreten.
Diese Mischung findet sich sowohl in verarbeiteten Produkten wie Brot oder Frühstücksflocken als auch in stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Tiefkühlpizza, Süßwaren oder gezuckerten Getränken.
Lesen Sie auch
Oft kommen zusätzliche Geschmacksverstärker hinzu, die den Effekt verstärken.
Warum das Gehirn mehr verlangt
Diese Zutatenkombination aktiviert Botenstoffe wie Dopamin, die ein starkes Belohnungsgefühl auslösen.
Evolutionsgeschichtlich war dieser Mechanismus sinnvoll, da er die Nahrungsaufnahme sicherte.
Heute kann er jedoch problematisch werden, weil Lebensmittel ständig verfügbar sind und kaum natürliche Grenzen setzen.
Gesundheitliche Folgen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt, dass ein hoher Konsum von Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes erhöht.
Lesen Sie auch
Zudem lassen schnell verfügbare Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel rasch steigen und ebenso schnell wieder abfallen – was erneuten Heißhunger begünstigt.
Kleine Schritte zur Veränderung
Wer den Zuckerkonsum reduziert, bemerkt oft schon nach wenigen Tagen ein nachlassendes Verlangen.
Frisch zubereitete Mahlzeiten helfen, die Kontrolle über die Zutaten zu behalten. Zuckerersatzprodukte hingegen halten die Gewöhnung an Süße aufrecht.
Auch langsames, bewusstes Essen kann dazu beitragen, schneller satt zu werden.
Quelle: BILD