Später sagte er, der Deal sei der „beste“, den der britische Premierminister hätte machen können.
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Die Zukunft eines strategischen Außenpostens im Indischen Ozean rückte nach einem Telefonat zwischen Washington und London erneut in den Fokus.
Im Zentrum der Frage steht Diego Garcia, die größte Insel des Chagos-Archipels im Indischen Ozean, auf der sich ein bedeutender US-Militärstützpunkt befindet. Ihr Status ist mit einer umfassenderen territorialen Übergabe verknüpft, die seit Langem rechtliche und politische Debatten auslöst.
US-Präsident Donald Trump erklärte laut einem Beitrag auf seinem Truth-Social-Konto, er habe ein „sehr fruchtbares“ Gespräch mit dem britischen Premierminister Keir Starmer geführt.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Chagos-Inseln, die Großbritannien im Jahr 2025 an Mauritius übergeben will.
Im Rahmen der Vereinbarung würde London über einen 99-jährigen Pachtvertrag weiterhin Zugang zum Stützpunkt Diego Garcia behalten. Die Regierung Starmer schloss das Abkommen Anfang dieses Jahres ab und setzte damit Verhandlungen fort, die von der vorherigen Regierung eingeleitet worden waren.
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Strategische rote Linien
Laut The Guardian, der BBC und The Independent sagte Trump, er akzeptiere, dass Starmer bei dem Abkommen „das Beste erreicht habe, was möglich gewesen sei“.
Im vergangenen Monat warnte er jedoch, dass die militärischen Interessen der USA Vorrang hätten, sollten sich die Bedingungen ändern.
„Ich behalte mir das Recht vor, die US-Präsenz auf Diego Garcia militärisch zu sichern und auszubauen“, schrieb Trump laut The Guardian in einem Beitrag auf seinem eigenen sozialen Netzwerk Truth Social, falls der Pachtvertrag scheitern oder US-Streitkräfte Bedrohungen ausgesetzt sein sollten.
Rechtlicher und politischer Hintergrund
Nach Angaben der britischen Regierung spiegelt die Übergabe rechtliche Realitäten wider. Starmer argumentierte, Großbritannien habe kaum Aussicht auf Erfolg bei einer internationalen rechtlichen Anfechtung gehabt.
Im Jahr 2019 gab der Internationale Gerichtshof ein unverbindliches Gutachten ab, in dem er erklärte, Großbritannien solle das Chagos-Archipel an Mauritius zurückgeben. Dieses Gutachten erhöhte den Druck auf London, den Streit beizulegen.
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Diego Garcia
Diego Garcia ist die größte Insel des Chagos-Archipels, das zum Britischen Territorium im Indischen Ozean gehört.
Seit den 1970er-Jahren befindet sich auf der Insel ein gemeinsamer britisch-amerikanischer Militärstützpunkt, der jedoch ausschließlich von den USA betrieben wird.
Der Stützpunkt gilt als Schlüsselstandort für Einsätze im Nahen Osten und hat US-Militäroperationen in der gesamten Region unterstützt, darunter auch Langstreckeneinsätze.
Im Juni 2025 griff das US-Militär im Rahmen eines umfassenderen Konflikts iranische Nuklearanlagen an. Öffentliche Berichte bestätigen jedoch nicht, dass Diego Garcia der konkrete Ausgangspunkt dieser Angriffe war. Es gab allerdings Berichte über verstärkte Aktivitäten auf dem Stützpunkt in den Tagen vor den Angriffen.
Quellen: Reuters, Internationaler Gerichtshof, The Guardian, BBC, The Independent