Königin Máxima hat beschlossen, Reservistin der niederländischen Armee zu werden.
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Europas Streitkräfte stehen unter Druck. Angesichts neuer Bedrohungen suchen Regierungen nicht nur Material, sondern auch gesellschaftliche Rückendeckung.
In den Niederlanden rückt dabei nun eine Entscheidung aus dem Königshaus in den Mittelpunkt.
Zeichen der Zeit
Königin Máxima hat diese Woche eine militärische Ausbildung begonnen, um Reservistin der niederländischen Armee zu werden, wie AP berichtet. Der Schritt fällt in eine Phase wachsender Sorgen um die Sicherheitslage in Europa.
Das Verteidigungsministerium erklärte, die Entscheidung stehe im Zusammenhang mit einer veränderten Realität. „Weil die Sicherheit der Niederlande nicht mehr als selbstverständlich gelten kann, hat Máxima beschlossen, Reservistin zu werden“, hieß es in einer Mitteilung.
Auch das Königshaus betonte den persönlichen Antrieb der Monarchin. Sie wolle, „wie viele andere, einen Beitrag zu dieser Sicherheit leisten“, teilte der Hof mit.
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Rolle der Familie
Innerhalb der Königsfamilie ist der Schritt nicht ohne Vorbild. Kronprinzessin Amalia hatte im Januar ihre Grundausbildung als freiwillige Reservistin abgeschlossen.
Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, gibt es in mehreren europäischen Monarchien Beispiele dafür, dass Thronfolger militärische A
Symbolisch lässt sich ein solcher Schritt auch als Versuch verstehen, Nähe zu staatlichen Institutionen zu zeigen und die repräsentative Rolle zu stärken.
Umbau der Streitkräfte
Die Ausbildung der Königin fällt mit einem umfassenden Reformkurs zusammen. Die neue niederländische Regierung plant, die Streitkräfte deutlich zu vergrößern.
Derzeit zählen Militär, zivile Mitarbeiter und Reservisten rund 80.000 Personen. Künftig sollen es über 120.000 werden, so das Verteidigungsministerium. Die Entscheidung Máximas sei freiwillig, werde intern aber als motivierendes Signal gesehen.
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Ausbildung und Einsatz
Aufnahmen aus einer Militärakademie in Breda zeigen Máxima bei Schießübungen, Klettertraining und Schwimmtests. Die Ausbildung umfasst laut Ministerium körperliche Belastbarkeit, Selbstverteidigung, Waffenhandhabung, Kartenkunde und Militärrecht.
Nach Abschluss soll sie den Rang einer Oberstleutnantin erhalten. Reservisten werden meist im Inland eingesetzt, können sich aber auch freiwillig für Auslandsmissionen melden.
Symbol und Wirkung
Europaweit versuchen Staaten derzeit, neue Wege zur Personalgewinnung zu gehen. Deutschland, Frankreich, Dänemark und Belgien haben Programme ausgeweitet oder reformiert, um mehr Bürgerinnen und Bürger für den Militärdienst zu gewinnen, wie AP berichtet.
Der Schritt der niederländischen Königin wirft dabei eine zentrale Frage auf: Ist er mehr als ein Symbol? Praktisch wird Máxima kaum die Personallücken der Armee schließen. Politisch jedoch könnte ihr Engagement Wirkung entfalten, indem es den Reservistendienst sichtbar macht und gesellschaftlich aufwertet.
Gerade darin liegt der eigentliche Nutzen. In einer Zeit, in der Sicherheit wieder erklärungsbedürftig ist, setzt das Königshaus ein Zeichen, das weniger militärisch als gesellschaftlich verstanden werden will.
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Quelle: AP