Die Ukraine erklärt, sie habe eine zentrale russische Militäreinrichtung beschädigt, die für Raketenvorbereitungen genutzt wird, und damit eine neue Phase ihrer Langstreckenkampagne signalisiert. Offizielle Stellen beschrieben die Operation als sorgfältig koordiniert und darauf ausgerichtet, künftige Angriffe zu stören.
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Der Angriff richtete sich Berichten zufolge gegen Infrastruktur, die mit einigen der modernsten Waffen Russlands in Verbindung steht, berichtet Digi24.ro.
Operation im Januar
Die ukrainischen Verteidigungskräfte erklärten, sie hätten im Januar eine Reihe von Langstreckenangriffen auf Hangars auf dem russischen Testgelände Kapustin Jar durchgeführt. Nach Angaben des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine wurden mehrere hangarähnliche Gebäude beschädigt, eines davon erheblich.
Ukrainische Behörden teilten mit, dass nach den Angriffen Personal aus dem Gebiet evakuiert wurde. Die Kyiv Post berichtete, dass sich die Angriffe auf Einrichtungen konzentrierten, die zur Vorbereitung von Raketenstarts genutzt werden.
Vorbereitungen für Raketenstarts getroffen
Der Generalstab erklärte, die beschädigte Infrastruktur stehe im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für den Start von Mittelstrecken- und Interkontinentalraketen. Dazu gehörten auch Systeme, die mit der Oreschnik-Rakete verbunden sind, die von ukrainischen Vertretern als besonders gefährlich beschrieben wird.
Die Ukraine erklärte, die Angriffe seien mit im Inland hergestellten Langstreckenwaffen durchgeführt worden, darunter der Marschflugkörper FP-5 Flamingo, der bis zu 3.000 Kilometer weit fliegen und große Gefechtsköpfe für Tiefenangriffe tragen kann.
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Rolle der Spezialkräfte
Die ukrainischen Spezialoperationskräfte (SSO) bestätigten ihre Beteiligung und erklärten, die Operation sei gemeinsam mit anderen Teilstreitkräften durchgeführt worden.
„Langstreckendrohnen der SSO-Deep-Strike-Einheiten verursachten Brandschäden an der Infrastruktur der russischen Militäreinrichtung“, hieß es in einer Erklärung der SSO.
Nach Angaben der SSO erstreckte sich die Operation über den gesamten Januar 2026 und beinhaltete eine enge Koordinierung mehrerer Einheiten.
Warum Kapustin Jar wichtig ist
Das Testgelände Kapustin Jar in der russischen Region Astrachan ist eines der wichtigsten Raketenversuchs- und Startgelände des Landes. Historisch wurde es für ballistische und strategische Waffen genutzt, darunter Kurz- und Mittelstreckensysteme.
Ukrainischen Angaben zufolge führte Russland von dort experimentelle Starts der Oreschnik-Mittelstreckenrakete durch. Die auf dem Modell RS-26 Rubej basierende Rakete verfügt über Hyperschallgeschwindigkeit und eine Reichweite von mehreren tausend Kilometern.
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Die Ukraine erklärte, ein solcher Start habe im November 2024 die Stadt Dnipro getroffen, während ein weiterer Angriff im Januar 2026 Infrastruktur in der Nähe von Lwiw beschädigt habe.
Quellen: Digi24.ro, Kyiv Post, Generalstab der Streitkräfte der Ukraine