Gesundheitsexperten machen erneut auf das Nipah-Virus aufmerksam, eine seltene Infektion, die für ihre hohe Sterblichkeitsrate, aber auch für ihre begrenzte Fähigkeit zur weiten Verbreitung bekannt ist. Während die Krankheit für Wissenschaftler weltweit weiterhin Anlass zur Sorge gibt, sagen Fachleute, dass die jüngsten Fälle kein Anzeichen für einen größeren Notfall sind.
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Die Behörden in Indien gehen mit Vorsicht vor und setzen auf Überwachung und schnelle Reaktionsmaßnahmen, um den Ausbruch unter Kontrolle zu halten, berichtet The Express.
Selten, aber gefährlich
Das Nipah-Virus wird von globalen Gesundheitsorganisationen als Hochrisiko-Erreger eingestuft, da es beim Menschen besonders schwere Krankheitsverläufe verursachen kann. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass zwischen 40 % und 75 % der bestätigten Fälle tödlich enden, vor allem aufgrund von Komplikationen, die das Gehirn betreffen.
Dennoch bleiben Ausbrüche in der Regel klein und geografisch begrenzt. Experten zufolge liegt dies daran, dass sich das Virus normalerweise nicht leicht von Mensch zu Mensch überträgt – im Gegensatz zu Atemwegserkrankungen wie Influenza oder COVID-19.
Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens
Beim jüngsten Ausbruch im indischen Bundesstaat Westbengalen haben sich die Gesundheitsbehörden auf Eindämmung statt auf eine Eskalation des Notstands konzentriert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden bislang nur zwei Infektionen bestätigt.
Die Behörden haben 196 Personen identifiziert, die Kontakt zu den Patienten hatten; alle wurden negativ getestet. Überwachungs- und Isolationsprotokolle bleiben vorsorglich in Kraft.
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Das Global Virus Network (GVN), dem Virologen aus mehr als 90 Forschungszentren weltweit angehören, erklärte, es verfolge die Lage über seine Partner, darunter das Institute of Advanced Virology in Kerala, aufmerksam.
Herausforderungen bei der Behandlung
Für das Nipah-Virus gibt es weder eine nachgewiesene Heilung noch einen Impfstoff. Die Patienten werden in der Regel unterstützend behandelt, etwa durch Ruhe, Flüssigkeitszufuhr und die Linderung von Symptomen.
Mehrere experimentelle Therapien, darunter monoklonale Antikörper und antivirale Medikamente, werden derzeit entwickelt oder in frühen Studien getestet. Wang sagte: „Der Fortschritt hängt von nachhaltigen Investitionen im öffentlichen Interesse und internationaler Zusammenarbeit ab.“
GVN-Experten erklärten, der Ausbruch unterstreiche die Notwendigkeit von „früher Erkennung, klinischer Aufmerksamkeit und schneller Diagnostik“, um zukünftige Bedrohungen zu bewältigen.
Quellen: The Express, Weltgesundheitsorganisation, Global Virus Network