Der ukrainische Militärgeheimdienst gibt an, die Leiche eines russischen Offiziers identifiziert zu haben, dem schwere Übergriffe während des Krieges in der Ukraine vorgeworfen werden – eine Ankündigung, die große Aufmerksamkeit erregt hat, sich jedoch vollständig auf ukrainische Berichterstattung stützt. Die in dieser Woche von Kyjiw veröffentlichten Angaben betreffen eine Person, die von den ukrainischen Behörden bereits beobachtet wurde, während die Kämpfe entlang der Front weitergehen.
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Der ukrainische Militärgeheimdienst erklärte, Spezialeinheiten seien nahe einer Position, die zuvor von russischen Besatzungstruppen gehalten worden war, auf die Leiche gestoßen. Die Behörde identifizierte den Toten als Sergey Ivanovich Zotov, Jahrgang 1990, Staatsbürger der Russischen Föderation.
Angesichts der vielen russischen Soldaten, die im Verlauf des Krieges in der Ukraine Berichten zufolge getötet wurden, ist der Fund der Leiche eines russischen Soldaten für sich genommen keine außergewöhnliche Nachricht. In diesem Fall jedoch ist es tatsächlich eine. Denn wie die Behörde erklärt:
„Die Vergeltung ist gekommen — die Verteidigungskräfte der Ukraine haben einen russischen Kriegsverbrecher eliminiert.“
Was Kyjiw ihm vorwirft
Die Erklärung wurde am 3. Februar auf der offiziellen Website des Geheimdienstes veröffentlicht.
Der ukrainische Geheimdienst berichtet, dass Zotov in der 35. motorisierten Schützenbrigade Russlands diente, die Teil der 41. kombinierten Armee ist.
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Beamte erklärten, er sei unter Spitznamen bekannt gewesen, die vom ukrainischen Geheimdienst zitiert wurden, um sein mutmaßliches Verhalten während des Krieges zu charakterisieren. Zudem gaben sie an, dass er in privaten Nachrichten behauptet habe, den Dienstgrad eines Oberleutnants zu bekleiden.
Diese Nachrichten beschrieben laut der Behörde auch seine Rolle als Anführer einer Einheit, die mit der Aufspürung von Deserteuren innerhalb der russischen Streitkräfte beauftragt gewesen sei. Ukrainische Beamte werteten dies als Beleg für seine Befugnisse und seine Nähe zu den mutmaßlichen Übergriffen.
Der ukrainische Militärgeheimdienst erklärte weiter, Zotov habe zuvor mit Stolz darauf reagiert, dass sein Name in ukrainischen Registern mutmaßlicher Kriegsverbrecher aufgeführt worden sei.
Ukrainische Beamte argumentierten, dass die Veröffentlichung solcher Identifizierungen mehreren Zwecken diene: der Dokumentation mutmaßlicher Verbrechen, dem Signal der Rechenschaftspflicht gegenüber russischen Streitkräften sowie der Sicherung von Unterlagen für mögliche zukünftige Gerichtsverfahren.
Kein Gericht und kein internationales Tribunal hat über die von Kyjiw vorgebrachten Anschuldigungen entschieden.
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Grenzen der Bestätigung
News.de berichtete am 5. Februar, dass alle verfügbaren Informationen zu Zotovs Tod und seinen mutmaßlichen Handlungen aus Erklärungen des ukrainischen Geheimdienstes sowie aus der ukrainischen Medienberichterstattung stammen.
Eine Bestätigung durch neutrale internationale Organisationen, unabhängige Ermittler oder russische Behörden liegt bislang nicht vor.
Quellen: Ukrainischer Militärgeheimdienst, News.de