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Trump verschärft den Ton gegenüber politisch kritischen Olympia-Athleten: „Sehr schwer, für jemanden wie ihn zu jubeln“

Donald Trump
The White House / Wiki Commons

Die Winterspiele werden für das US-Team von einer politischen Kontroverse begleitet.

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Die Winterspiele sollten sportliche Höchstleistungen in den Mittelpunkt stellen. Doch für das US-Team rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wie politisch dürfen Athletinnen und Athleten auf der größten Bühne des Sports sein?

Auslöser ist eine öffentliche Wortmeldung eines Skifahrers, die weit über den Wettkampf hinaus Wirkung entfaltet.

Meinungsfreiheit im Sport

Immer wieder geraten Olympische Spiele zum Schauplatz politischer Debatten. Auch in Mailand wurden US-Athleten bei einer Pressekonferenz nach der Lage in ihrem Heimatland gefragt, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Freestyle-Skifahrer Hunter Hess sagte dabei, er verspüre „gemischte Gefühle“, die USA zu vertreten. „Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert“, erklärte er. Er betonte zugleich, er starte für Familie, Freunde und Werte, die ihm wichtig seien.

Scharfe Worte des Präsidenten

US-Präsident Donald Trump reagierte darauf mit deutlichen Worten. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er Hess als „echten Verlierer“.

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Trump schrieb, der Athlet habe erklärt, sein Land nicht zu vertreten. „Wenn das so ist, hätte er es gar nicht erst ins Team versuchen sollen, und es ist schade, dass er dabei ist. Sehr schwer, für jemanden wie ihn zu jubeln“.

Der Angriff lässt sich als weiteres Beispiel dafür lesen, dass Trump Kritiker seiner Politik auch außerhalb klassischer politischer Debatten öffentlich angreift.

Reaktionen aus dem Team

Hess war nicht der einzige Sportler, der politische Sorgen äußerte.

Freestyle-Skifahrer Chris Lillis sagte laut AP, er sei „zutiefst traurig über das, was in den Vereinigten Staaten passiert“. Er forderte, man müsse die Rechte aller respektieren und Menschen mit „Liebe und Respekt“ behandeln.

Eiskunstläuferin Amber Glenn erklärte laut AP, sie habe nach ähnlichen Aussagen zahlreiche Hassnachrichten erhalten. Sie sprach auf Instagram von „einer beängstigenden Menge an Hass und Drohungen“.

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Institutioneller Rückhalt

Das US-Olympische und Paralympische Komitee erklärte, man beobachte öffentliche Plattformen und leite glaubwürdige Drohungen an die Strafverfolgungsbehörden weiter.

Gleichzeitig gab es politischen Widerspruch gegen Trump. Senator Bernie Sanders nannte Hess einen „stolzen Amerikaner“ und schrieb auf X: „Herr Präsident, das ist keine Monarchie. Das sind die Vereinigten Staaten, und niemand ist verpflichtet, sich vor Ihnen zu verbeugen.“

Quelle: AP