Gemeinsam zu kochen gilt als Inbegriff von Nähe und Alltagsharmonie.
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Doch für viele Paare ist genau die Küche ein Ort, an dem Spannungen besonders schnell sichtbar werden.
Fachleute erklären, warum ausgerechnet hier Konflikte entstehen – und wie sie sich entschärfen lassen.
Die Küche als emotionaler Raum
Aus psychologischer Sicht ist die Küche mehr als nur ein funktionaler Ort.
Der Münchner Psychotherapeut Uwe Linke beschreibt sie als einen Raum mit besonderer Wirkung, in dem Begegnung, Austausch und Genuss zusammenkommen.
Gerade weil dort positive Erwartungen herrschen, reagieren Menschen empfindlicher auf Kritik oder Abweichungen.
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Prägungen aus der Kindheit
Streit entsteht häufig durch tief verankerte Gewohnheiten.
Wie lange Nudeln kochen oder wie Gemüse geschnitten wird, ist für viele keine Nebensache.
Diese Vorstellungen stammen oft aus der Familie und werden kaum hinterfragt.
Linke erklärt, dass solche Regeln häufig als selbstverständlich empfunden werden – und genau deshalb schwer zu relativieren sind.
Machtfragen am Herd
Beim Kochen zeigen sich nicht selten auch unausgesprochene Beziehungsthemen.
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Die Coachin Stefanie Voss aus Mettmann weist darauf hin, dass Machtansprüche in Partnerschaften in der Küche besonders deutlich werden können.
Greift ein Partner ständig ein oder korrigiert den anderen, sollte das offen angesprochen werden.
Für Streitgespräche rät Voss davon ab, Fragen wie „Wer hat recht?“, „Wer ist schuld?“ oder „Wer hat angefangen?“ zu stellen, da sie keine Lösung fördern.
Absprachen statt Ärger
Klare Vereinbarungen können Konflikte vermeiden – etwa darüber, wer kocht und wer aufräumt.
Auch organisatorische Lösungen helfen: getrennte Arbeitsbereiche oder ein Wechsel beim Kochen sorgen für Entlastung.
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Am Ende geht es nicht um perfekte Abläufe, sondern darum, den gemeinsamen Moment zu genießen.
Quelle: Bunte