Moskau sucht weiter entfernt nach politischen und militärischen Partnern.
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Ein südostasiatischer Staat ist nun fest in Russlands Einflussbereich gerückt und hat eine Zusammenarbeit formalisiert, die auf eine vertiefte Annäherung hindeutet.
Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland versucht, seine internationale Isolation abzufedern, während autoritäre Regierungen nach starken Unterstützern suchen.
Neue Partnerschaft nimmt Gestalt an
Russland hat ein neues Abkommen über militärische Zusammenarbeit mit Myanmar unterzeichnet und damit die Beziehungen zu dem isolierten südostasiatischen Land gestärkt, berichtet Bloomberg.
Das Abkommen zeigt Moskaus Bemühungen, Bündnisse außerhalb Europas aufzubauen und die Auswirkungen westlicher Sanktionen auszugleichen.
Der Vertrag wurde während eines Besuchs des russischen Sekretärs des Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, abgeschlossen. Er ist der ranghöchste ausländische Vertreter, der seit den von den Vereinten Nationen und westlichen Regierungen weitgehend abgelehnten Wahlen nach Myanmar gereist ist.
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Schoigu führte in der Hauptstadt Naypyidaw Gespräche mit dem Juntaführer Min Aung Hlaing, was einen seltenen Moment hochrangiger diplomatischer Kontakte für das Militärregime darstellte.
Vierjähriges Militärabkommen
Vertreter Myanmars erklärten, dass beide Länder ein vierjähriges Abkommen zwischen ihren Verteidigungsministerien unterzeichnet hätten.
Der Pakt weitet die militärische Zusammenarbeit, gemeinsame Übungen sowie den Austausch von Erfahrungen in militärischen Taktiken aus.
Auch die sicherheitspolitische Zusammenarbeit spielte eine zentrale Rolle in den Gesprächen, darunter die Koordination bei Cyberbedrohungen und Cyberkriminalität sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Sicherheits- und Geheimdiensten.
Während des Besuchs sagte Schoigu der Führung Myanmars, das Land könne „voll und ganz auf die Unterstützung Moskaus zählen, auch auf internationaler Ebene“.
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Krieg und Legitimität
Schoigu dankte den Machthabern Myanmars zudem für ihre Haltung zum russischen Krieg in der Ukraine.
Im Gegensatz zu den meisten westlichen Regierungen erkannten sowohl Moskau als auch Peking die jüngsten Wahlen in Myanmar an und bekundeten ihre Unterstützung für die Junta.
Experten zufolge dient die Beziehung beider Seiten. Die Militärführung Myanmars sucht internationale Legitimität, während das Land weiterhin von einem Bürgerkrieg und diplomatischer Isolation geprägt ist.
Russland wiederum versucht, den Druck des Westens zu mindern, indem es seinen Einfluss in Asien ausbaut und Regierungen gewinnt, die bereit sind, es auf der globalen Bühne zu unterstützen.
Quellen: Bloomberg, LA.lv