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Olympische Winterspiele: Ukrainischer Athlet darf keinen Helm tragen, der gefallenen ukrainischen Athleten gewidmet ist

Winter Olympics, rings, Cortina, 2026
MikeDotta / Shutterstock.com

Der Athlet erhält öffentliche Unterstützung vom ukrainischen Präsidenten.

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Die Olympischen Winterspiele in Mailand haben Momente des Jubels und der Anspannung mit sich gebracht, während Athletinnen und Athleten auf die größte Bühne des Weltsports zurückkehren.

Für einen ukrainischen Teilnehmer jedoch wurden die Vorbereitungen von einem Streit darüber überschattet, wie an den Krieg in der Heimat erinnert wird.

Der ukrainische Skeletonfahrer Vladyslav Heraskevych erklärte am 10. Februar, olympische Offizielle hätten ihm untersagt, während des offiziellen Trainings und der Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen 2026 einen speziell gestalteten Helm zu tragen.

Nach Angaben von Heraskevych griff das Internationale Olympische Komitee ein, nachdem der Helm bei ersten Läufen zu sehen gewesen war, und verbot ihn für offiziell genehmigte Einheiten.

„Eine Entscheidung, die mir schlicht das Herz bricht“, schrieb Heraskevych auf Instagram. „Das Gefühl, dass das IOC jene Athleten verrät, die Teil der olympischen Bewegung waren, indem es nicht zulässt, dass ihnen in der Sportarena gedacht wird, die sie selbst niemals wieder betreten können.“

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Gesichter des Verlusts

Der Helm zeigt Porträts ukrainischer Athleten, die seit dem Beginn der groß angelegten Invasion Russlands getötet wurden – ein Design, das laut Heraskevych nur einen Bruchteil der Verluste widerspiegelt.

„Es ist unfair, und diese Menschen hätten uns nicht in so jungem Alter verlassen dürfen“, schrieb er. „Damit möchte ich diesen Personen und ihren Familien Tribut zollen. Die Welt muss den wahren Preis der ukrainischen Freiheit kennen.“

Er beschrieb die Würdigung als persönlich und nicht politisch, mit dem Fokus auf Erinnerung statt Protest.

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Artikel 50

Reuters berichtet, Heraskevych sei vom IOC mitgeteilt worden, dass der Helm gegen Artikel 50 der IOC-Charta verstoße.

Regel 50.2 der Olympischen Charta besagt: „Keine Art von Demonstration oder politischer, religiöser oder rassistischer Propaganda ist an olympischen Stätten, Wettkampforten oder in anderen Bereichen zulässig.“

Unterstützung und Einordnung

Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte sich öffentlich hinter den Athleten und wies darauf hin, dass der Helm unter anderem Figuren wie den Eiskunstläufer Dmytro Scharpar zeigt, der nahe Bachmut getötet wurde, sowie den 19-jährigen Biathleten Jewhen Malyschew, der nahe Charkiw starb.

„Diese Wahrheit darf nicht unbequem, unangebracht oder als ‚politische Aktion bei Sportveranstaltungen‘ bezeichnet werden“, sagte Selenskyj und stellte den Helm als Erinnerung an Opfer und an das olympische Ideal des Friedens dar.

Quellen: Instagram von Vladyslav Heraskevych, Büro des Präsidenten der Ukraine, The Kyiv Independent, Reuters

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