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Moskau ordnet zahlung von 71.000 US-dollar durch die ukrainische botschaft in Moskau an

Vladimir Putin
Пресс-служба Президента РФ / Wiki Commons

Ein geschlossenes diplomatisches Gebäude in Moskau ist Jahre nach dem Abbruch der Beziehungen zwischen Kyjiw und Moskau zum Gegenstand eines neuen Rechtsstreits geworden.

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Russische Behörden erklären, der Fall betreffe unbezahlte Nebenkosten, obwohl die Mission seit Beginn des Krieges nicht mehr tätig ist, berichtet Ukrainska Pravda.

Gerichtsbeschluss erlassen

Ein Moskauer Schiedsgericht hat die ukrainische Botschaft in Russland angewiesen, mehr als 5,5 Millionen Rubel – rund 71.000 US-Dollar – für ausstehende Stromrechnungen zu zahlen. Der Entscheidung ging eine Klage der Moskauer Vereinigten Stromnetzgesellschaft voraus, wie die kremlnahe Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Ukrainska Pravda berichtet.

Die Botschaft ist seit Februar 2022 geschlossen, als Russland seinen großangelegten Angriff auf die Ukraine begann.

Aufschlüsselung der Forderungen

Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass sich eine der Forderungen auf 3.462.603,63 Rubel an unbezahlten Schulden sowie eine Vertragsstrafe von 179.982,05 Rubel beläuft. Das Urteil umfasst zudem weitere Strafzahlungen, die ab dem 17. April 2024 bis zur vollständigen Begleichung anfallen, sowie 31.411 Rubel an staatlichen Gebühren.

Darüber hinaus gab das Gericht weiteren Forderungen des Energieversorgers in Höhe von insgesamt mehr als 2 Millionen Rubel – etwa 26.000 US-Dollar – statt. Dazu zählen Geldbußen, Vertragsstrafen und Verzugszinsen.

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Botschaft seit 2022 geschlossen

Die Ukraine brach am 24. Februar 2022 offiziell die diplomatischen Beziehungen zu Russland ab. Präsident Wolodymyr Selenskyj gab die Entscheidung am ersten Tag der Invasion bekannt.

In der Folge stellten die ukrainische Botschaft in Moskau sowie alle ukrainischen Konsulateinrichtungen in Russland ihre Tätigkeit ein, und das Personal wurde abgezogen.

Immobilienstreitigkeiten verschärfen sich

Immobilienfragen rund um diplomatische Vertretungen bestehen seit dem Abbruch der Beziehungen fort. Im April 2023 kündigte der Stadtrat von Kyjiw den Pachtvertrag für das Grundstück der russischen Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt.

Später ergriffen die Moskauer Behörden ähnliche Maßnahmen und kündigten den Pachtvertrag für das Gelände der ukrainischen Botschaft in der russischen Hauptstadt.

Symbolischer Fall

Auch wenn sich das Urteil auf ausstehende Nebenkosten konzentriert, verdeutlicht der Fall die ungelösten rechtlichen und finanziellen Streitigkeiten, die nach dem Zusammenbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern fortbestehen.

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Unklar bleibt, wie oder ob die Geldstrafe angesichts fehlender diplomatischer Beziehungen und der weiterhin geschlossenen Botschaft beglichen wird.

Quellen: Ukrainska Pravda, TASS