Neu veröffentlichte Unterlagen des US-Justizministeriums werfen ein neues Licht auf Jeffrey Epsteins Versuche, sich als globaler Machtvermittler zu positionieren.
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Die Unterlagen deuten auf jahrelange Kontaktaufnahmen ab, die auf Russlands politische Elite zielten, und werfen neue Fragen zu seinen Ambitionen und Kontakten auf.
Akten werden veröffentlicht
Laut CNN zeigen vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente, dass Epstein, ein Finanzier und verurteilter Sexualstraftäter, über Jahre hinweg versuchte, Beziehungen zu hochrangigen russischen Regierungsvertretern aufzubauen. Die Materialien weisen auf Bemühungen hin, Kontakt zu Persönlichkeiten wie Präsident Wladimir Putin, Außenminister Sergej Lawrow und anderen Mitgliedern der russischen Elite herzustellen.
Die Dokumente wurden von Journalisten eingesehen und von LA.LV zitiert. Demnach stellte sich Epstein als jemand dar, der als nützlicher Vermittler zwischen Russland und dem Westen dienen könne.
Diplomatische Kanäle
Aus den Akten geht hervor, dass Epstein regelmäßigen Kontakt zu Vitali Tschurkin pflegte, Russlands Botschafter bei den Vereinten Nationen bis zu dessen Tod im Jahr 2017. Laut CNN traf Tschurkin Epstein in New York, wobei Epstein anbot, Tschurkins Sohn bei der Suche nach einer Tätigkeit im Finanzsektor zu unterstützen.
Im Juni 2018 schrieb Epstein eine E-Mail an Thorbjørn Jagland, den damaligen Generalsekretär des Europarats, und schlug einen Weg zum Kreml vor. „Ich denke, Sie könnten Putin vorschlagen, dass Lawrow Informationen erhalten könnte, indem er mit mir spricht. Vitali Tschurkin tat das früher, aber er ist gestorben?!“, schrieb Epstein. Jagland antwortete, er werde sich mit Lawrows Assistenten treffen und das Thema ansprechen.
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„Ich kann nützlich sein“
Frühere Korrespondenz aus den Jahren 2013 und 2014 zeigt, dass Epstein wiederholt den Wunsch äußerte, Putin persönlich zu treffen. Er argumentierte, er „könne nützlich sein“, um westliche Investitionen nach Russland zu holen, und drängte auf vertrauliche, ausführliche Gespräche.
In Schreiben an den ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak behauptete Epstein, Jagland plane ein Treffen mit Putin in Sotschi und könne eine Botschaft über seine „Nützlichkeit“ weiterleiten. Die Dokumente enthalten keine Bestätigung, dass ein solches Treffen tatsächlich stattfand.
Zurückweisungen und Zweifel
Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete Andeutungen über eine Zusammenarbeit Epsteins mit dem russischen Geheimdienst laut russischen Medien als unerquicklich.
Von CNN zitierte Analysten erklärten, die Dokumente zeigten vor allem Epsteins Bestreben, sich als einflussreicher internationaler Vermittler darzustellen, belegten jedoch keine tatsächlichen Verbindungen zum Kreml.
Weitere erwähnte Kontakte
Die Akten verweisen zudem auf Epsteins Beziehung zu Sergej Beljakow, einem russischen Beamten, der von TASS als Absolvent der FSB-Akademie beschrieben wird. Epstein bezeichnete ihn als „sehr guten Freund“ und sprach über die Anwerbung westlicher Investitionen.
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Flugprotokolle bestätigen, dass Epstein Russland mindestens einmal im Jahr 2002 besuchte und in den Jahren 2018–2019, kurz vor seiner Festnahme, russische Visa beantragte.
Quellen: LA.LV, CNN, US-Justizministerium, TASS