Startseite Welt Milliardendeal und neue Kritik: Trump greift die Schweiz erneut an

Milliardendeal und neue Kritik: Trump greift die Schweiz erneut an

Donald Trump, USA, Stars and Stripes
DannyOlivia / Shutterstock.com

Ein Fernsehauftritt von Donald Trump bringt die Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz wieder in den Fokus.

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Trotz eines milliardenschweren Investitionsabkommens zwischen den USA und der Schweiz verschärft US-Präsident Donald Trump wieder den Ton. In einem Fernsehinterview kritisierte er das Alpenland scharf und griff frühere Spannungen auf.

Deal mit Milliardenvolumen

Wie blue News unter Berufung auf Keystone-SDA berichtet, einigten sich beide Länder im Herbst nach erneuten Verhandlungen auf eine Senkung der US-Zusatzzölle auf 15 Prozent.

Teil der Vereinbarung sind Investitionszusagen Schweizer Unternehmen in Höhe von insgesamt 200 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten. Unter anderem kündigten die Pharmakonzerne Roche und Novartis an, Milliardenbeträge in neue Produktionsstätten in den USA zu investieren.

Trump stellte dies im Interview mit dem Sender Fox Business als Erfolg seiner Zollpolitik dar. Unternehmen verlagerten ihre Produktion in die USA, um Abgaben zu umgehen, sagte er dort.

Interview sorgt für Kritik

Trump führte die Schweiz als Beispiel für seine Handelspolitik an. Der Wohlstand des Landes beruhe darauf, dass die USA zuließen, „dass sie uns ausnehmen“, sagte er bei Fox Business.

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Zugleich verwies er auf ein Handelsdefizit von 40 Milliarden Dollar. Die Schweiz erscheine als „ultra perfektes“ Land, profitiere jedoch vom Zugang zum US-Markt.

Focus Online zitiert zudem Trumps Schilderung eines Telefonats aus dem Sommer 2025 mit Karin Keller-Sutter, der Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements der Schweiz.

Er habe zunächst Zölle von 30 Prozent geplant, diese aber nach dem Gespräch erhöht: „Ich mochte nicht, wie sie mit uns sprach. Also habe ich stattdessen auf 39 Prozent erhöht.“

Verwechslung eines Amtes

Wie Focus Online hervorhebt, sprach Trump in dem Interview von einer „Premierministerin“. Ein solches Amt existiert in der Schweiz jedoch nicht.

Das Land verfügt weder über ein klassisches Staatsoberhaupt noch über einen Regierungschef. Stattdessen wird die Schweiz von einem siebenköpfigen Bundesrat geführt. Der Bundespräsident wird jeweils für ein Jahr gewählt und übernimmt primär repräsentative Aufgaben.

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Keller-Sutter war zum Zeitpunkt des Telefonats Bundespräsidentin.

Quellen: blue News, Keystone-SDA, Fox Business, Focus Online