Ein Becher Kaffee kann beim Einsteigen zum Problem werden.
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Ein Zwischenfall auf einem Urlaubsflug hat eine Debatte über Sicherheit an Bord neu entfacht. Eine Passagierin erlitt Verbrühungen durch heißen Kaffee – nun rücken die Regeln der Airline in den Fokus.
Während viele Reisende ihren Kaffee noch schnell am Gate kaufen, setzt eine Fluggesellschaft jetzt klare Grenzen.
Verbrühung an Bord
Eine 63-jährige Krankenschwester aus dem englischen Hampshire wurde auf einem Ryanair-Flug von Bournemouth nach Mallorca durch verschütteten Kaffee verletzt. Wie die BBC im Januar berichtete, erhielt sie eine außergerichtliche Entschädigung in Höhe von 4.350 Pfund.
Die Frau erklärte gegenüber der BBC: „Zum Glück kenne ich mich mit Erster Hilfe aus, aber stellen Sie sich vor, ich wäre ein Kind oder eine ältere Person gewesen? Wer weiß, was hätte passieren können?“
Nach Angaben der Frau habe die Maschine keine schützenden Deckel für die Becher mehr gehabt. Sie habe den Becher auf dem Klapptisch abgestellt, kurz darauf sei das heiße Getränk in ihren Schoß gelaufen.
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Nach Angaben ihrer Anwälte wies Ryanair eine Haftung zurück, zahlte jedoch vor einem Gerichtsverfahren einen Vergleich.
Neue Boarding-Regel
Ryanair hat inzwischen seine Praxis beim Einsteigen verschärft. Wie das norwegische Medium Dagbladet berichtet, dürfen Passagiere keine heißen Getränke mit an Bord nehmen – selbst dann nicht, wenn diese nach der Sicherheitskontrolle gekauft wurden.
In den Beförderungsbedingungen heißt es laut Dagbladet, man könne „nicht erlauben, dass Passagiere mit heißen Getränken an Bord gehen“.
Die Maßnahme wird mit Sicherheitsbedenken begründet. Besonders während des Boardings, wenn sich viele Menschen gleichzeitig durch enge Gänge bewegen, steige das Risiko, dass heiße Flüssigkeiten verschüttet werden.
Unterschiedliche Handhabung
Andere Fluggesellschaften verfolgen eine andere Linie. Wie Dagbladet weiter berichtet, erlauben unter anderem SAS und Norwegian weiterhin die Mitnahme von Kaffee.
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Ein Sprecher von SAS sagte dem Portal: „Das ist bei uns keine große Herausforderung, und deshalb haben wir ein Verbot nicht in Betracht gezogen.“
Auch Norwegian sieht keinen Anlass für Einschränkungen. Eine Unternehmenssprecherin erklärte laut Dagbladet: „Nein, das haben wir bei Norwegian nicht eingeführt. Unsere Passagiere dürfen ihre Kaffeebecher und warmes Essen gern mit an Bord nehmen, wenn sie das möchten. Ich nutze die Gelegenheit, um für einen Deckel auf dem Becher mit heißem Getränk zu werben.“
Quellen: BBC, Dagbladet