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Hat Putin sich ins eigene Fleisch geschnitten? Russische Soldaten und Milblogger kritisieren jüngstes Verbot

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Melnikov Dmitriy / miss.cabul / Shutterstock.com

Die Reaktion des Kremls zeigt eine erstaunliche Verleugnung der Realität vor Ort.

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Am 9. und 10. Februar schränkte der Kreml den Zugang zur beliebten Messaging-App Telegram ein, die laut dem Institute for the Study of War (ISW) drei von vier Russen über 13 Jahren nutzen.

Die beliebte App ist dafür bekannt, von russischem Personal in der Ukraine genutzt zu werden, um Zielkoordinaten zu teilen und eingehende Drohnen zu überwachen. Am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, zitierte die Moscow Times jedoch den Kremlsprecher Dmitri Peskow mit den Worten:

„Ich halte es für kaum vorstellbar, dass die Kommunikation an der Front über Telegram oder einen anderen Messenger abgewickelt wird.“

Sowohl russische Soldaten als auch Milblogger widersprechen dieser Einschätzung jedoch entschieden.

Abhängigkeit an der Front

Laut The Telegraph und dem ISW schlugen prokriegsnahe Militärblogger, sogenannte Milblogger, Alarm. Viele von ihnen agieren außerhalb der formellen staatlichen Medienstrukturen und liefern Berichte, die direkt auf Informationen von Soldaten beruhen.

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„Tausende von Soldaten werden ohne Kommunikationsmöglichkeiten zurückbleiben, was angesichts der laufenden Offensive zu fatalen Konsequenzen führen wird“, warnte der Kanal Arkhangel Spetsnaza, der 1,1 Millionen Follower hat.

Ein weiterer Milblogger, Alexander Sladkow, wies darauf hin, dass die russischen Streitkräfte bereits mit Kommunikationsproblemen konfrontiert seien, da sie vom Starlink-Netzwerk abgeschnitten seien.

iStories fand ein Video (veröffentlicht auf Telegram), das einen maskierten Soldaten zeigt, der Roskomnadzor, Russlands staatliche Kommunikationsaufsicht, scharf kritisiert. Er fragte, ob jemand von der Behörde an die Front gereist sei und ob die Unterbrechung der Telegram-Kommunikation die Offensivoperationen beeinträchtigen werde.

Verschärfte Kontrolle

Das Vorgehen gegen Telegram erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Moskau seine Kontrolle über den Online-Raum im Zuge des andauernden Krieges in der Ukraine weiter ausbaut.

Am Montag und Dienstag wurden weitreichende Dienstunterbrechungen gemeldet, nachdem Roskomnadzor angekündigt hatte, die bislang strengsten Beschränkungen für die App zu verhängen.

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Die Aufsichtsbehörde erklärte, die Maßnahmen dienten dem Schutz der Bürger vor „kriminellen und terroristischen“ Inhalten.

Quellen: Reuters, The Guardian, The Telegraph, Institute for the Study of War (ISW), iStories, The Moscow Times