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Fettarm oder kohlenhydratarm? Die wahrheit über herzgesundheit, die Ärzte ihnen nahelegen

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Wenn Sie besessen davon sind, Kohlenhydrate zu reduzieren oder Fett drastisch zu streichen, um Ihr Herz zu schützen, stellen Sie laut Wissenschaftlern möglicherweise die falsche Frage. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass es nicht darum geht, sich für eine Seite zu entscheiden – sondern darum, bessere Lebensmittel zu wählen.

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Laut NBC News hat eine umfassende Langzeitstudie mit nahezu 200.000 Erwachsenen ergeben, dass sowohl fettarme als auch kohlenhydratarme Ernährungsweisen das Risiko für koronare Herzkrankheit senken können – allerdings nur, wenn sie auf hochwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln und Vollkornprodukten basieren.

Der wahre Herzschutz

Eine koronare Herzkrankheit entsteht, wenn sich Plaque in den Arterien ablagert und den Fluss von sauerstoffreichem Blut zum Herzen einschränkt. Dies kann zu Brustschmerzen, einem Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herzstillstand führen.

Die Forscher begleiteten die Teilnehmer über mehr als 30 Jahre. In diesem Zeitraum entwickelten 20.033 Menschen eine bestätigte koronare Herzkrankheit.

Diejenigen, die sich am konsequentesten an eine gesunde kohlenhydratarme Ernährung hielten, wiesen ein um 15 Prozent geringeres Risiko für Herzkrankheiten auf. Personen, die eine gesunde fettarme Ernährung strikt einhielten, hatten ein um 13 Prozent geringeres Risiko.

„Es kommt auf die Qualität der Ernährung an“, sagte Hauptautor Dr. Qi Sun von der Harvard T.H. Chan School of Public Health.

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Was „gesund“ wirklich bedeutet

Gesunde Varianten beider Ernährungsformen legten den Schwerpunkt auf Vollkornprodukte, Gemüse, Obst (nicht Saft), Nüsse, Hülsenfrüchte und pflanzliche Fette. Der Unterschied zwischen fettarm und kohlenhydratarm lag in den Anteilen – nicht in der Qualität der Lebensmittel.

Im Gegensatz dazu waren sogenannte kohlenhydratarme Diäten mit hohem Anteil an fettem Fleisch und Butter – oder fettarme Diäten mit vielen raffinierten Getreideprodukten und stark verarbeiteten Lebensmitteln – mit einem höheren Risiko für Herzkrankheiten verbunden.

Personen mit den ungesündesten kohlenhydratarmen Ernährungsweisen hatten ein um 14 Prozent erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten. Bei den ungesündesten fettarmen Ernährungsweisen lag das erhöhte Risiko bei 12 Prozent.

Insbesondere diejenigen, die sich streng an eine tierbasierte kohlenhydratarme Ernährung hielten, hatten ein um 7 Prozent höheres Risiko, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln.

Das Blut lügt nicht

Um die Ergebnisse zu untermauern, stützten sich die Forscher nicht nur auf Ernährungsfragebögen. Sie analysierten zudem Blutproben von mehr als 11.000 Teilnehmern.

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Teilnehmer mit gesünderer Ernährung zeigten günstigere Metaboliten-Profile – biologische Marker, die mit einem geringeren Risiko für Herzkrankheiten in Zusammenhang stehen. Wie Sun es formulierte, können diese Messwerte „nicht lügen“.

Dr. Dariush Mozaffarian von der Tufts University sagte gegenüber NBC News, die Studie bekräftige eine Botschaft, die Wissenschaftler seit Jahren wiederholen: Es gehe nicht um Fett gegen Kohlenhydrate – sondern um echte Lebensmittel gegen verarbeitete Produkte.

Experten fügten hinzu, dass die Kombination einer hochwertigen Ernährung mit Bewegung, Rauchverzicht und einer guten Blutdruckkontrolle das Risiko für Herzkrankheiten um bis zu 75 bis 80 Prozent senken könne.

Das Fazit

Wer zwischen fettarmer und kohlenhydratarmer Ernährung wählt, kann laut wissenschaftlichen Erkenntnissen mit beiden Varianten sein Herz schützen – vorausgesetzt, der Teller ist mit vollwertigen, nährstoffreichen Lebensmitteln gefüllt.

Es geht nicht darum, Kohlenhydrate zu meiden oder Fett zu fürchten. Es geht darum, auf stark verarbeitete Lebensmittel zu verzichten.

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Quellen: NBC News, Journal of the American College of Cardiology