Im Südkaukasus entfacht eine neue Debatte über eine Erweiterung der NATO.
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Ein österreichischer Funktionär hat drei Länder der Region aufgefordert, ihre Westintegration zu vertiefen, was den geopolitischen Druck sowohl auf Moskau als auch auf Washington erhöht.
Erweiterungsvorschlag
Gunther Fehlinger, Vorsitzender des Österreichischen Komitees für NATO-Erweiterung, hat Georgien, Armenien und Aserbaidschan dazu aufgerufen, eine Mitgliedschaft in der NATO, der Europäischen Union und sogar in der Eurozone anzustreben.
Sein Appell erfolgt in einer Phase bedeutender politischer Veränderungen im Südkaukasus.
Armenien und Aserbaidschan unterzeichneten 2025 ein Friedensabkommen, das jahrzehntelange Spannungen um Bergkarabach entschärfte.
Im Anschluss daran verabschiedete Armenien ein Gesetz zur Einleitung des EU-Beitrittsprozesses und unterzeichnete ein neues Abkommen zur Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Europa.
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Verschiebende Allianzen
Georgien hat seine Beziehungen zur NATO weiter gestärkt und nimmt im Rahmen des Substantial NATO-Georgia Package an gemeinsamen Trainings teil.
Aserbaidschan bleibt ein wichtiger Energielieferant für Europa, was seine wirtschaftlichen Verbindungen zu westlichen Märkten festigt, während das Land zugleich enge Beziehungen zu regionalen Mächten unterhält.
Fehlingers Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Aufmerksamkeit für den regionalen Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie für die Haltung von US-Präsident Donald Trump zur NATO-Erweiterung.
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Russland hat gewarnt, dass eine weitere Ausdehnung des Bündnisses ernsthafte Spannungen auslösen könnte.
Strategischer Scheideweg
Moskaus Position in der Region erscheint zunehmend unsicher, da sich Armenien Europa annähert und Aserbaidschan Berichten zufolge militärische Praktiken übernimmt, die sich an NATO-Standards orientieren.
Präsident Trump, dessen Außenpolitik unter dem Leitmotiv „America First“ steht, steht vor der Entscheidung, ob er eine weitere Erweiterung unterstützen soll, während Washington versucht, russischen und iranischen Einfluss einzudämmen.
Fehlinger hatte sich zuvor bereits für eine Aufnahme der Ukraine und mehrerer Balkanstaaten in die NATO ausgesprochen.
Der Südkaukasus, gelegen zwischen Europa, Russland und Asien und reich an Öl- und Gasvorkommen, bleibt von großer strategischer Bedeutung.
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NATO-Präsenz
Die NATO unterhält Kooperationsprogramme mit Georgien, Armenien und Aserbaidschan und bietet Verteidigungsausbildung, Beratungsunterstützung und Modernisierungsinitiativen an.
Georgien hat die engste Beziehung zum Bündnis aufgebaut und beteiligt sich regelmäßig an Übungen sowie langfristigen Sicherheitsprojekten.
Auch Armenien und Aserbaidschan nehmen an ausgewählten NATO-Aktivitäten teil und richten die Zusammenarbeit an ihren nationalen Prioritäten aus.
Quellen: Kenyan Times
