Wer eine Sprache lernen will, sollte mehr tun als nur pauken.
Gerade lesen andere
Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz nutzten 2024 regelmäßig Fremdsprachen im Gespräch. Das zeigen, wie Nau.ch berichtet, Zahlen des Bundesamts für Statistik.
Doch zwischen Sprachwissen und tatsächlicher Sprechfähigkeit klafft oft eine Lücke.
Alltag entscheidet
Viele Erwerbstätige in der Schweiz verwenden bei der Arbeit mehr als eine Sprache.
Sprachwissen und aktive Gesprächsführung entwickeln sich jedoch nicht zwingend parallel.
In mehrsprachigen Arbeitsumfeldern spielt mündliche Sicherheit eine zentrale Rolle. Längere Sprechpausen können in beruflichen Gesprächen als Unsicherheit interpretiert werden.
Digitale Praxis
Parallel dazu boomt digitales Lernen. Auf Plattformen wie Youtube finden sich unzählige Sprachformate mit Dialogen, Interviews und Alltagsszenen.
Lesen Sie auch
Entscheidend ist jedoch nicht das Zuschauen, sondern das Mitmachen. Kurze Sequenzen laut nachzusprechen oder Inhalte ohne Untertitel zu wiederholen, fördert den aktiven Gebrauch.
Solche Angebote ergänzen klassische Kurse sinnvoll, wenn Lernende das Material gezielt auswählen und regelmäßig anwenden.
Warum Worte nicht reichen
Viele konzentrieren sich dennoch auf Listen und Karteikarten. Einzelne Begriffe zu lernen trainiert das Gedächtnis, bereitet aber kaum auf echte Gesprächssituationen vor.
Sprache entsteht in Mustern, festen Wendungen und typischen Satzanfängen. Wer diese Bausteine verinnerlicht, kann schneller reagieren.
Wie Nau.ch berichtet, kommt eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2024 zum Schluss, dass kontextbasiertes Lernen die aktive Sprachproduktion stärker fördert als das isolierte Lernen einzelner Wörter.
Lesen Sie auch
Methoden mit Wirkung
Zu den wirksamen Techniken zählt das sogenannte „Shadowing“. Dabei wird ein gesprochener Text zeitgleich wiederholt, ohne Übersetzung. Das schult Rhythmus und Reaktionsfähigkeit.
Auch Rollenspiele oder kurze Monologe über vertraute Themen helfen, Hemmungen abzubauen. Wichtig ist, Fehler bewusst zuzulassen und Sprechzeiten nicht ständig zu unterbrechen.
Wer ganze Sätze statt einzelner Wörter lernt, entwickelt mit der Zeit automatische Abläufe. Diese Routinen verkürzen Denkpausen und stärken das Selbstvertrauen.
Blick nach vorn
Für die Erwachsenenbildung bedeutet das einen Perspektivwechsel. Programme, die mündliche Praxis ins Zentrum stellen, könnten langfristig erfolgreicher sein als reine Grammatik- und Vokabelkurse.
Mit digitalen Angeboten und interaktiven Formaten wächst die Möglichkeit, Sprachtraining alltagsnah zu gestalten. Die Zukunft des Sprachenlernens dürfte weniger vom Auswendiglernen geprägt sein – und stärker vom aktiven Dialog.
Lesen Sie auch
Quelle: Nau.ch