Die Produktion hat sich innerhalb von vier Jahren um das 17-Fache erhöht, heißt es in dem Bericht.
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Russische und ukrainische Delegationen treffen sich weiterhin im Rahmen einer neuen diplomatischen Initiative, um den bald vier Jahre andauernden Krieg in der Ukraine zu beenden.
Doch sollte das Jahr 2025 als möglicher Wendepunkt in Richtung Frieden gelten, dürften wir von den Ergebnissen der laufenden Gespräche höchstwahrscheinlich enttäuscht sein.
Russlands Rüstungsindustrie hat im vergangenen Jahr die Munitionsproduktion deutlich gesteigert und ein Niveau erreicht, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine nicht mehr gesehen wurde.
Eine neue Einschätzung des estnischen Geheimdienstes warnt, dass Moskaus wachsende Produktionskapazitäten es dem Land ermöglichen könnten, den Konflikt aufrechtzuerhalten und zugleich Reserven für mögliche künftige Konfrontationen wieder aufzubauen.
55 % Anstieg
Dem Bericht mit dem Titel International Security and Estonia 2026 zufolge produzierte Russland im Jahr 2025 rund sieben Millionen Geschosse verschiedener Typen.
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Die Gesamtausgaben für die Produktion beliefen sich auf etwa eine Billion Rubel oder rund 10,6 Milliarden Euro (etwa 12,57 Milliarden US-Dollar).
Die Zahlen markieren einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Russische Fabriken stellten 2023 3,5 Millionen Geschosse und 2024 4,5 Millionen her, was bedeutet, dass die Produktion im Jahr 2025 um etwa 55 % zunahm.
Die estnische Analyse gliedert die Produktion des vergangenen Jahres wie folgt auf:
- 3,4 Millionen Haubitzengranaten
- 800.000 Geschosse für Panzer und Schützenpanzer
- 500.000 Raketen für Mehrfachraketenwerfer
- 2,3 Millionen Mörsergranaten.
Mit Blick auf die vergangenen vier Jahre heißt es in dem Bericht, dass der russische militärisch-industrielle Komplex die Munitionsproduktion für die Artillerie um mehr als das 17-Fache gesteigert hat.
Importe aus dem Iran und Nordkorea
Zwischen 2023 und 2025 ergänzte Russland die heimische Produktion zudem durch Munitionsimporte aus dem Iran und Nordkorea. Dem Bericht zufolge könnten sich diese Lieferungen auf insgesamt fünf bis sieben Millionen Einheiten belaufen haben.
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„Angesichts dieses Produktionswachstums und der erheblichen Importe ist es sehr wahrscheinlich, dass Russland in der Lage sein wird, einen Teil seiner strategischen Artilleriemunitionsreserven selbst während des andauernden Krieges gegen die Ukraine wieder aufzufüllen. Für den Kreml ist die Aufrechterhaltung solcher Reserven mit hoher Wahrscheinlichkeit ein entscheidendes Element der Planung für mögliche zukünftige Konflikte“, betonen die Autoren des estnischen Geheimdienstberichts.
Das Dokument hebt die vergleichsweise niedrigen Beschaffungskosten älterer 152-mm-Granaten hervor, die unter 100.000 Rubel beziehungsweise bei rund 1.050 Euro liegen und damit um ein Vielfaches günstiger sind als vergleichbare 155-mm-Munition aus westlichen Ländern.
Mögliche Verlangsamung in Sicht
Die Produktion von Sprengstoffen wird von Spetskhimiya überwacht, einer Tochtergesellschaft des staatlichen Rostec-Konzerns. Ein entscheidender Bestandteil ist konzentrierte Salpetersäure oder eine Mischung aus Salpeter- und Schwefelsäure, die in Russland als „Melange“ bekannt ist.
Melange wird ausschließlich im Chemiewerk Berezniki hergestellt, das zur Uralchem-Gruppe gehört, während konzentrierte Salpetersäure sowohl dort als auch in der EuroChem-Anlage in Nowomoskowsk produziert wird.
Der estnische Bericht weist darauf hin, dass Störungen an diesen Standorten die Produktion von Granaten und Mörsermunition verlangsamen könnten.
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Quellen: Bericht des estnischen Auslandsgeheimdienstes International Security and Estonia 2026, Defense Express