Ein Nachfahre von Benito Mussolini hat mit neuen Aussagen zur faschistischen Vergangenheit Italiens eine Kontroverse ausgelöst.
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In einem neuen Buch und in Medieninterviews argumentiert er, das Erbe des Diktators sei seit Jahrzehnten verzerrt dargestellt worden.
Revisionistische Behauptungen
Caio Mussolini, der Urenkel des früheren faschistischen Führers Italiens, sagte, es habe „80 Jahre lang Lügen“ über seinen Vorfahren gegeben.
In Bezug auf sein Buch Mussolini und der Aufstieg des Faschismus: die unerzählte Geschichte erklärte er, der Faschismus sei eine „Reaktion“ auf kommunistische Gewalt in Italien nach der Russischen Revolution gewesen.
Er behauptete zudem, Mussolini „sei kein Antisemit gewesen“, und sagte, Juden hätten am Marsch auf Rom im Jahr 1922 teilgenommen und „wichtige Rollen“ in der Regierung erhalten.
Seiner Darstellung zufolge seien die Rassengesetze von 1938 unter dem Druck Adolf Hitlers eingeführt worden.
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Historischer Widerspruch
Die Times berichtete, dass Aldo Cazzullo, Autor von Mussolini, der Bandenchef: Warum wir uns für den Faschismus schämen sollten, diese Interpretation entschieden zurückgewiesen habe.
Er sagte, die „Rassengesetze seien die natürliche Folge des Faschismus gewesen, in dem die Idee von Rassen und Nationen, die ihre Überlegenheit behaupten, implizit enthalten ist“.
Caio Mussolini argumentierte, die Gesetzgebung sei „auf sanfte, italienische Art“ angewandt worden, und verwies darauf, dass der Schriftsteller Primo Levi 1941 seinen Abschluss machen durfte.
Er sagte zudem, Juden seien erst 1943, nach der deutschen Besetzung Italiens, in Vernichtungslager deportiert worden.
Bewertung des Regimes
Cazzullo entgegnete, das Regime müsse nach seiner Gesamtwirkung beurteilt werden.
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„Es zerstörte die Freiheit, ließ die Italiener am Ende des Krieges ohne Ersparnisse zurück und wurde militärisch besiegt, hinzu kommt die moralische Niederlage durch das Bündnis mit Hitler“, sagte er.
Die Debatte findet vor dem Hintergrund einer erneuten Auseinandersetzung mit Italiens faschistischer Geschichte statt.
Die Morning Star berichtete kürzlich über Bedenken, dass Schüler von einer Jugendgruppe mit Verbindungen zur Partei von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dazu ermutigt würden, „linke Lehrer“ zu melden.
Quellen: Daily Express, The Times, The Morning Star