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Gerichte gehen gegen Trumps einwanderungspolitik vor

Donald Trump
The White House / Wiki Commons

Ein zunehmender Konflikt zwischen Bundesgerichten und dem Weißen Haus entfaltet sich im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Einwanderungspolitik.
Tausende gerichtliche Entscheidungen in den vergangenen Monaten haben die Rechtmäßigkeit der Inhaftierung von Migranten im Rahmen der aktuellen Politik infrage gestellt.

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Laut einer von WP Wiadomości zitierten Reuters-Analyse von Gerichtsunterlagen haben Bundesrichter seit Oktober mehr als 4.400 Entscheidungen getroffen, die sich gegen Aspekte der Einwanderungshaft unter der Trump-Regierung richten.

Die Welle an Entscheidungen spiegelt die wachsende Besorgnis innerhalb der Justiz darüber wider, wie das geltende Einwanderungsrecht angewendet wird.

Einwände der Gerichte

In einem prominenten Fall ordnete Richter Thomas Johnston aus West Virginia die Freilassung eines venezolanischen Migranten an und übte scharfe Kritik an der Rechtsauffassung der Regierung.

„Es ist empörend, dass die Regierung das Gericht auffordert, das geltende Recht, wie es eindeutig formuliert ist, neu zu definieren oder vollständig zu ignorieren“, schrieb Johnston in seiner Entscheidung.

Mehrere Richter beanstandeten die Abkehr der Regierung von früheren Auslegungen, die es bestimmten Inhaftierten ermöglichten, gegen Kaution freigelassen zu werden. Kritiker innerhalb der Justiz argumentieren, dass die Aufgabe dieses Ansatzes zu verlängerten Haftzeiten ohne ausreichende rechtliche Grundlage geführt habe.

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Zunahme der Inhaftierungen

Trotz wiederholter gerichtlicher Interventionen hat die Regierung ihre Durchsetzungsstrategie fortgesetzt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, erklärte, das Vorgehen der Regierung stehe im Einklang mit dem Gesetz.

Unter der aktuellen Regierung ist die Zahl der inhaftierten Migranten auf rund 68.000 Personen gestiegen, was einem Anstieg von 75 % im Vergleich zum Beginn der Amtszeit von Präsident Donald Trump entspricht.

Gleichzeitig bleiben die rechtlichen Auseinandersetzungen in Bewegung. Ein konservatives Berufungsgericht in New Orleans hob kürzlich unterinstanzliche Entscheidungen auf, die zwei mexikanische Staatsangehörige freigelassen hatten, und kam zu dem Schluss, dass die Bundesbehörden berechtigt gewesen seien, sie festzuhalten.

Rechtliche Unsicherheit

Hunderte weiterer damit zusammenhängender Verfahren sind weiterhin bei den Gerichten anhängig, was darauf hindeutet, dass der Streit noch lange nicht beigelegt ist.

Die widersprüchlichen Entscheidungen verdeutlichen einen umfassenderen institutionellen Konflikt, da Richter die Haftpraktiken prüfen, während die Regierung ihre Befugnis verteidigt, das Einwanderungsrecht strenger durchzusetzen.

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Angesichts weiterer zu erwartender Urteile dürfte sich die Konfrontation zwischen Justiz und Exekutive weiter verschärfen.

Quellen: WP Wiadomości, Reuters-Analyse von US-Gerichtsunterlagen.