Russland wird angesichts steigender Verluste auf dem Schlachtfeld zunehmend abhängig von ausländischen Rekruten, so der britische Verteidigungsminister.
John Healey erklärte, der wachsende Einsatz ausländischer Kämpfer durch Moskau spiegele den zunehmenden Druck auf die russischen Streitkräfte wider.
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In einem von Digi24.ro zitierten Interview mit Bloomberg erklärte Healey, dass russische Streitkräfte Söldner aus Ländern wie Indien, Pakistan, Nepal, Kuba, Nigeria und Senegal anwerben. Er argumentierte, der Kreml habe Schwierigkeiten, die hohen Verluste im Krieg gegen die Ukraine auszugleichen.
Auf einigen Abschnitten der Frontlinie hätten sich die Verlustquoten deutlich verschoben, sagte Healey, mit zwischen sechs und 25 getöteten russischen Soldaten für jeden gefallenen ukrainischen Soldaten.
Steigende Verluste
Westliche Vertreter gehen davon aus, dass der zunehmende Einsatz von Drohnen durch die Ukraine den Druck auf russische Einheiten verstärkt hat. Healey zufolge zeichnet sich trotz der Bemühungen von Präsident Wladimir Putin, Zuversicht auszustrahlen, ein anderes Bild ab.
„In Wirklichkeit ist er schwächer als zuvor und stärker von ausländischen Kämpfern abhängig“, sagte Healey.
Auch ukrainische Vertreter haben auf steigende russische Verluste hingewiesen. Am 20. Januar erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, das strategische Ziel Kiews bestehe darin, monatlich 50.000 russische Soldaten auszuschalten.
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Widersprüchliche Zahlen
Zwei Tage später sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, die russischen Verluste lägen bei rund 35.000 pro Monat, verglichen mit etwa 14.000 ein Jahr zuvor. Er fügte hinzu, dass Russland zwar monatlich 40.000 bis 43.000 Personen mobilisiere, jedoch bis zu 45.000 Angehörige durch Tote, Verwundete und Desertionen verliere – verstärkt durch den Einsatz ukrainischer Drohnen.
Am 6. Februar berichtete der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj, dass die russischen Verluste allein im Januar 2026 mehr als 31.700 Tote und Schwerverwundete betragen hätten und damit die Zahl der neu rekrutierten Soldaten überstiegen.
Bloomberg berichtete am 11. Februar, dass die russischen Verluste im Januar die Rekrutierungszahlen um rund 9.000 Soldaten übertroffen hätten, was den Druck auf Moskaus Personalressourcen weiter unterstreiche.
Die gegensätzlichen Darstellungen aus Moskau und Kiew lassen sich unabhängig nur schwer überprüfen, doch westliche Vertreter erklären, die Abhängigkeit von ausländischen Kämpfern deute auf zunehmenden Druck auf die militärischen Kapazitäten Russlands hin.
Quellen: Digi24.ro, Bloomberg, Stellungnahmen britischer und ukrainischer Vertreter.