Russland hat Vorwürfe zurückgewiesen, für die Vergiftung des Oppositionsführers Alexei Nawalny verantwortlich zu sein, während Gedenkveranstaltungen anlässlich des zweiten Jahrestages seines Todes stattfinden.
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Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Sonntag, Moskau „weist kategorisch“ Vorwürfe zurück, die den Staat mit der Tötung Nawalnys in Verbindung bringen.
„Natürlich akzeptieren wir solche Anschuldigungen nicht. Wir stimmen ihnen nicht zu; wir halten sie für voreingenommen und unbegründet. Tatsächlich weisen wir sie kategorisch zurück“, sagte Peskow, wie Digi24.ro berichtet.
Europäische Erklärung
Die Äußerungen folgen auf eine gemeinsame Erklärung, die am Samstag vom Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden veröffentlicht wurde. Die fünf Länder erklärten, Laboranalysen von Nawalnys Biomaterialien hätten ergeben, dass er mit Epibatidin vergiftet worden sei, einer hochgiftigen Substanz, die von einem südamerikanischen Frosch stammt.
Laut der Erklärung wurden Proben aus Russland gebracht und in europäischen Laboren untersucht. Von Digi24.ro zitierte Journalisten berichteten, die Verbindung sei angeblich von Forschern des Instituts GosNIIOHT synthetisiert worden, derselben Einrichtung, die historisch mit der Entwicklung von Nowitschok-Nervenkampfstoffen in Verbindung gebracht wird.
In den Berichten wurde auch Wladimir Kondratjew genannt, ein ehemaliger hochrangiger Militärchemiker, der das Institut jahrzehntelang leitete, als einer der Wissenschaftler, die mit der Substanz in Verbindung stehen sollen.
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Moskaus Gegenargumente
Das russische Außenministerium wies die europäischen Erkenntnisse zurück. Sprecherin Maria Sacharowa bezeichnete die Berichte über eine Vergiftung als „Desinformation“ und deutete an, sie würden verbreitet, um von internationalen Diskussionen über den Fall Jeffrey Epstein abzulenken.
Nawalny, der prominenteste innenpolitische Kritiker von Präsident Wladimir Putin, starb in einer Strafkolonie namens Harp. Russische Behörden hatten zuvor jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit seinem Tod bestritten.
Gedenkveranstaltungen abgehalten
In mehreren Ländern wurden Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag organisiert. In Moskau fand eine Zeremonie auf dem Borisowski-Friedhof statt, wo Nawalny begraben ist. Seine Mutter, Ljudmila Nawalnaja, nahm an der Veranstaltung teil.
Die erneuten Anschuldigungen und Zurückweisungen unterstreichen die anhaltenden diplomatischen Spannungen zwischen Russland und europäischen Regierungen wegen Nawalnys Tod, der weiterhin im Mittelpunkt internationaler Kritik am Kreml steht.
Quellen: Digi24.ro, Stellungnahmen des Kremls und europäischer Regierungen.