Startseite Technologie Anthropic-Mitgründerin: Geisteswissenschaften werden durch KI „wichtiger denn je“

Anthropic-Mitgründerin: Geisteswissenschaften werden durch KI „wichtiger denn je“

Anthropic CEO, Dario Amodei, AI
Thrive Studios ID / Shutterstock.com

Anthropic-Präsidentin Daniela Amodei sagt, sie bereue ihr Literaturstudium nicht und argumentiert, dass mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI humanistische Fähigkeiten wie kritisches Denken und Empathie „wichtiger denn je“ werden.

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Während künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert, argumentieren einige Tech-Führungskräfte, dass technische Fähigkeiten allein nicht die Zukunft bestimmen werden.

Eine KI-Managerin sagt, ihr eigener Hintergrund in Literatur sei der Beweis dafür.

Anthropic-Präsidentin Daniela Amodei erklärte, sie bereue es nicht, Literatur studiert zu haben, und argumentierte, dass der Aufstieg fortgeschrittener KI-Systeme die Geisteswissenschaften aufwerten — nicht verdrängen — werde.

„In einer Welt, in der KI sehr intelligent ist und so viele Dinge leisten kann, werden die Dinge, die uns menschlich machen, viel wichtiger“, sagte sie in einem Interview mit ABC News.

Menschliche Fähigkeiten im Fokus

Amodei verwies auf Selbstverständnis, historisches Bewusstsein und Einblicke in menschliches Verhalten als Eigenschaften, die Maschinen nicht leicht nachahmen können.

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Das Studium der Geisteswissenschaften sei „wichtiger denn je“, sagte sie, insbesondere da große Sprachmodelle zunehmend in Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik brillieren.

„Die Fähigkeit zu kritischem Denken wird in Zukunft wichtiger sein — nicht weniger“, fügte sie hinzu.

Ihre Aussagen spiegeln eine breitere Debatte in der Technologiebranche darüber wider, welche Bildungswege Menschen am besten auf eine KI-getriebene Wirtschaft vorbereiten.

Eine sich wandelnde Debatte

Steven Johnson, Editorial Director von Google Labs’ NotebookLM, sagte kürzlich gegenüber Business Insider, generative KI könne eine „Rache der Geisteswissenschaften“ auslösen.

Gleichzeitig sind Branchenführer hinsichtlich des Werts traditioneller Informatikstudiengänge gespalten.

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OpenAI-Vorsitzender Bret Taylor bezeichnete das Fach als „äußerst wertvoll“, während Googles Android-Chef Sameer Samat meinte, es könne ein „Rebranding“ benötigen.

Daniela Amodeis Bruder, Anthropic-CEO Dario Amodei, studierte Physik am Caltech und an der Stanford University und unterstreicht damit die Vielfalt akademischer Hintergründe in der KI-Entwicklung.

Einstellung über das Programmieren hinaus

Amodei erläuterte zudem die Einstellungsprioritäten von Anthropic und betonte Kommunikationsfähigkeit sowie Empathie.

„Freundlich und mitfühlend“ zu sein und anderen helfen zu wollen, seien Eigenschaften, nach denen das Unternehmen bei Bewerbern suche, sagte sie.

„Am Ende des Tages interagieren Menschen immer noch sehr gern mit Menschen“, erklärte sie.

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Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI-Tools könnten die eindeutig menschlichen Fähigkeiten, die durch die Geisteswissenschaften gefördert werden, neuen Wert gewinnen, argumentiert Amodei.

Quellen: ABC News; Business Insider