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Wenn Russland fällt, könnte China die Hälfte des Landes übernehmen, sagt russischer Oppositionsaktivist

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Er sagt, dass Chinas territoriale Ansprüche auf russisches Gebiet mehr als 150 Jahre zurückreichen.

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Garry Kasparow sagt, Russlands Krieg sei untrennbar mit Wladimir Putins Machterhalt verbunden.

In einem ausführlichen Interview argumentiert der ehemalige Schachweltmeister, dass jede Kampfpause lediglich eine umfassendere geopolitische Abrechnung verzögern würde.

Im Gespräch mit RBC-Ukraine zeichnete die russische Oppositionsfigur ein düsteres Bild dessen, was folgen könnte, sollte der russische Staat zerbrechen.

Krieg und Macht

Kasparow besteht darauf, dass der Konflikt nicht enden könne, solange Putin im Amt bleibe. Zugleich warnte er jedoch, dass der Krieg möglicherweise auch nach Putins Sturz nicht enden werde – schlicht weil die russische Regierung den Krieg brauche.

Er argumentiert, der Krieg sei zum wichtigsten Kontrollinstrument des Kremls geworden. Seiner Ansicht nach würde jeder Kompromiss, der die Ursachen der Invasion ungelöst lasse, Moskau lediglich die Möglichkeit geben, sich neu zu formieren.

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Kasparow beschreibt die Konfrontation als global angelegt und sagt, sie richte sich gegen liberale Demokratien und nicht allein gegen die Ukraine. Er ist der Auffassung, westliche Staats- und Regierungschefs hätten es vermieden, klar auszusprechen, dass die Ukraine siegen müsse.

Chinas Schatten

Kasparow prognostiziert, dass das russische Imperium in seiner gegenwärtigen Form dem Untergang geweiht sei. Zugleich warnte er, ein chaotischer Zusammenbruch könne territoriale Folgen weit über Moskau hinaus nach sich ziehen.

„Die Hälfte Russlands wird China werden“, warnte er und deutete an, dass ein Machtvakuum in Sibirien und im Fernen Osten eine chinesische Expansion begünstigen könnte. Seiner Einschätzung nach erschwert dieses Risiko Forderungen nach einer vollständigen Zerschlagung Russlands.

Er sagte, Peking erhebe historische Ansprüche, die sich „vom Baikalsee bis Wladiwostok“ erstreckten – Gebiete, die bis ins 19. Jahrhundert Teil Chinas gewesen seien.

Opposition und Zukunft

Mit Blick auf den Tod von Alexej Nawalny bezeichnete Kasparow ihn als „den Mord an Alexej Nawalny“, argumentierte jedoch, dass Nawalnys umfassendere politische Strategie bereits an ihre Grenzen gestoßen sei.

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Er forderte zudem westliche Regierungen auf, die Ausreise qualifizierter russischer Fachkräfte zu erleichtern, da ein „Brain Drain“ die Kriegsmaschinerie des Kremls schwächen könne.

Vorerst sei die Priorität klar, sagt Kasparow: „Sieg für die Ukraine – Freiheit für Russland!“

Quellen: Interview von RBC-Ukraine mit Garry Kasparow