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Putin wirft Friedensgesprächen Knüppel zwischen die Beine: Fordert NATO auf, Ukraine-Zusage zurückzunehmen

NATO, Russia
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Russland verlangt im Rahmen von Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine formelle Garantien von der NATO.

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Im Mittelpunkt der Forderungen Moskaus steht eine Entscheidung, die vor fast zwei Jahrzehnten getroffen wurde und bis heute die sicherheitspolitische Debatte in Europa prägt.

Forderung nach Garantien

Die russische Botschaft in Belgien erklärte gegenüber Izvestia, Moskau verlange eine schriftliche Zusicherung der NATO, dass sich das Bündnis nicht weiter nach Osten ausdehnen werde.

Laut Digi24 besteht Russland zudem darauf, dass die NATO ihre Erklärung vom Bukarester Gipfel 2008 zurücknimmt, in der es hieß, dass die Ukraine und Georgien „Mitglieder werden“ würden.

Die Botschaft argumentierte, rechtlich verbindliche Garantien seien notwendig, da frühere mündliche Zusicherungen zur Begrenzung der Erweiterung später nicht eingehalten worden seien.

Umstrittene Zusagen

Russische Vertreter behaupten seit Langem, westliche Staats- und Regierungschefs hätten der Sowjetunion während der deutschen Wiedervereinigung zugesichert, dass sich die NATO nicht nach Osten ausdehnen werde.

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Die Botschaft erklärte, entsprechende Dokumente befänden sich in westlichen Staatsarchiven, seien jedoch bislang nicht veröffentlicht worden.

NATO-Vertreter haben wiederholt zurückgewiesen, dass es verbindliche Zusagen gegeben habe.

Krieg und Bedingungen

Vor dem Beginn der groß angelegten Invasion in der Ukraine legte Moskau Washington Entwürfe für Sicherheitsabkommen vor, die unter anderem einen Stopp der NATO-Erweiterung forderten.

Reuters berichtete im vergangenen Jahr unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Quellen, Präsident Wladimir Putin habe schriftliche Garantien für eine Nicht-Erweiterung der NATO sowie einen neutralen Status der Ukraine als Bedingungen für ein Kriegsende verlangt.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump signalisierte später, dass sie eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nicht weiterverfolgen werde, und brachte stattdessen alternative Sicherheitsregelungen ins Gespräch.

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Erweiterung des Bündnisses

Putin hat wiederholt erklärt, der Westen habe Russland durch die NATO-Erweiterung „getäuscht“ und „enttäuscht“.

Der frühere NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg entgegnete, das Bündnis zwinge niemanden zum Beitritt.

„Nein, der Osten entscheidet sich, der NATO beizutreten“, sagte er und bezeichnete den Prozess als „demokratisch und frei“.

Seit dem Einmarsch in die Ukraine sind Finnland und Schweden der NATO beigetreten.

Dadurch hat sich Russlands Grenze zu NATO-Staaten auf etwa 3.000 Kilometer nahezu verdoppelt, und die Position des Bündnisses im Ostseeraum wurde gestärkt.

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Quellen: Digi24, Izvestia, Reuters