Die Spannungen im Nahen Osten bleiben fragil.
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Diplomatische Bemühungen zur Stabilisierung der Lage dauern an, doch das Misstrauen zwischen den zentralen Akteuren hält an, während Fragen zur nuklearen Aufsicht und militärischen Abschreckung im Raum stehen.
Am Rande einer Katastrophe
Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, neue Angriffe auf Iran würden schwerwiegende Konsequenzen für die internationale Gemeinschaft nach sich ziehen.
In einem Interview mit Al Arabiya warnte Lawrow: „Die Folgen wären negativ.“
Er erinnerte daran, dass frühere Angriffe bereits Nuklearanlagen getroffen hätten, die von der Internationalen Atomenergie-Organisation überwacht werden.
Lawrow bezog sich dabei auf US-amerikanische und israelische Angriffe im Juni 2025, die seiner Aussage nach nicht nur die Autorität der Internationalen Atomenergie-Organisation und des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen geschwächt hätten, sondern auch „reale Risiken eines nuklearen Zwischenfalls“ geschaffen hätten.
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Er fügte hinzu, die Lage sei derzeit „mehr oder weniger stabil“, unter Berufung auf Informationen iranischer Behörden. Zugleich sagte er, die früheren Angriffe hätten Teheran dazu veranlasst, den physischen Schutz nuklearer Materialien unter Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation zu überdenken.
Untergrabung der Aufsicht
Nach Angaben Lawrows hätten die Angriffe sowohl physische als auch politische Risiken geschaffen.
Er argumentierte, sie hätten „die Autorität der Internationalen Atomenergie-Organisation und des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen untergraben“, den Iran wiederholt als bindend bezeichnet habe.
Lawrow sagte außerdem, nach der Unterzeichnung des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans 2015 sei die Überwachung Irans durch die Internationale Atomenergie-Organisation „beispiellos“ gewesen.
Er betonte, Teheran sei „nie dabei ertappt worden, gegen den Nichtverbreitungsvertrag oder seine Garantievereinbarung mit der Internationalen Atomenergie-Organisation zu verstoßen“, und erklärte, die Spannungen hätten sich erst verschärft, nachdem die Vereinigten Staaten 2018 aus dem Abkommen ausgestiegen seien.
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Eskalation und Waffenruhe
Die Feindseligkeiten verschärften sich im Juni 2025, als Israel Angriffe gegen Iran startete, woraufhin Teheran Vergeltung übte.
Wenige Tage später griffen US-Flugzeuge drei iranische Nuklearanlagen an.
Iran attackierte daraufhin den US-Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar. US-Vertreter berichteten von keinen Opfern oder größeren Schäden.
Am 24. Juni verkündete der ehemalige Präsident Donald Trump, Israel und Iran hätten einer Waffenruhe zugestimmt. Beide Seiten erklärten später, ihre jeweiligen Ziele erreicht zu haben.
Nach den Angriffen und dem aus iranischer Sicht unzureichenden Vorgehen der Internationalen Atomenergie-Organisation setzte Iran die Zusammenarbeit mit der Behörde aus, bevor sie im September im Rahmen einer neuen Vereinbarung teilweise wieder aufgenommen wurde.
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Im November teilte Teheran der Behörde mit, dass es diese Vereinbarung nach einer weiteren Resolution, die erweiterten Zugang zu Nuklearstandorten forderte, kündige.
Quellen: TASS, Al Arabiya