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Banker mit Zwei-Millionen-Haus wegen 740 Schwarzfahrten verurteilt

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Ein ausgeklügelter Tickettrick führte nun zur Verurteilung.

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Ein früherer Top-Manager der britischen Großbank HSBC ist in London wegen wiederholten Fahrkartenbetrugs verurteilt worden. Über fast ein Jahr hinweg soll er ein Schlupfloch im Ticketsystem genutzt haben.

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem planvollen Vorgehen. sprach von einem planvollen Vorgehen. Trotz einer Freiheitsstrafe muss der 53-Jährige nicht ins Gefängnis.

Urteil in London

Wie GB News berichtet, bekannte sich Joseph Molloy des Betrugs durch falsche Angaben schuldig. Das Gericht verhängte eine zehnmonatige Haftstrafe, setzte diese jedoch für 18 Monate zur Bewährung aus.

Zusätzlich wurde er zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verpflichtet. Er muss 5.000 Pfund (etwa 5700 Euro) Entschädigung zahlen und darf ein Jahr lang keine Züge des Betreibers Southeastern nutzen.

Richter Recorder Alexander Stein bezeichnete Molloy laut GB News als „ein Mann mit beträchtlichen finanziellen Mitteln“ und stellte klar, dass er sich reguläre Tickets hätte leisten können.

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Der 53-Jährige lebt in einem Wohnhaus im Wert von rund zwei Millionen Pfund (etwa 2,29 Millionen Euro). Das Verhalten sei „anhaltend und schwerwiegend“ gewesen.

Systematisch vorgegangen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzte Molloy eine Methode, die als „Doughnutting“ bekannt ist. Dabei werden nur Fahrscheine für den Anfangs- und Endpunkt einer Strecke gekauft, während ein Teilstück dazwischen unbezahlt bleibt.

Zwischen Oktober 2023 und September 2024 soll er dieses Prinzip mindestens 740 Mal angewendet und so 5.911 Pfund (etwa 6.760 Euro) gespart haben.

Staatsanwalt Jack Furness sprach vor Gericht von einem Vorgehen, das „in Planung und Ausführung raffiniert“ gewesen sei.

Weitere Täuschungen

Laut GB News verwendete Molloy falsche Namen und Adressen, um zwei Smartcards zu erhalten. Zudem habe er sich über das britische Jobcentre Plus, eine staatliche Arbeitsvermittlungs- und Sozialbehörde, Fahrpreisermäßigungen gesichert, die ihm 50 Prozent Rabatt einbrachten.

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Zunächst habe er gegenüber der Polizei keine Angaben gemacht. Später legte er dem Bericht zufolge ein umfassendes Geständnis ab, nachdem ihm Beweise vorgehalten worden waren.

Sein Verteidiger erklärte vor Gericht, sein Mandant habe unter gesundheitlichen Problemen und dem Tod seiner Mutter gelitten. Er bezeichnete die Tat als „unauffällig“ und verwies auf Molloys berufliche Laufbahn sowie sein Engagement im familiären und kirchlichen Umfeld.

Branche unter Druck

Nach Angaben der Rail Delivery Group verliert die britische Bahnbranche jährlich rund 240 Millionen Pfund (etwa 274,32 Millionen Euro) durch Fahrgeldhinterziehung. Unternehmen prüfen demnach inzwischen den Einsatz von GPS-Technologie, um Praktiken wie das „Doughnutting“ zu erschweren.

GB News berichtet weiter, dass Molloy nach der Urteilsverkündung offenbar versuchte, Fotografen zu entgehen, indem er seine Kleidung wechselte und über eine Mauer kletterte.

Quelle: GB News

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