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OpenClaw-Gründer kritisiert Europas Tech-Klima und zieht in die USA

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Koshiro K / Shutterstock.com

OpenClaw-Gründer Peter Steinberger sagt, Europas Arbeitsgesetze und regulatorischer Ansatz erschwerten den Aufbau schnell wachsender Technologieunternehmen, während er in die USA zieht, um sich OpenAI anzuschließen.

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Einer der aufstrebenden KI-Unternehmer Europas verlässt den Kontinent — und äußert sich ungewöhnlich offen zu seinen Beweggründen.

Peter Steinberger, Gründer des agentischen KI-Projekts OpenClaw, schließt sich OpenAI an und verlegt seinen Lebensmittelpunkt von Europa in die Vereinigten Staaten. In öffentlichen Stellungnahmen verwies er auf einen aus seiner Sicht deutlichen kulturellen und regulatorischen Gegensatz zwischen beiden Regionen.

„Ermahnungen zur Verantwortung“

Steinberger, ein Österreicher, der zuvor zwischen London und Wien pendelte, reagierte auf X auf die Frage eines europäischen Akademikers, warum es Europa schwerfalle, Tech-Talente zu halten.

In den USA, so Steinberger, begegne man ambitionierten Technologieprojekten mit Enthusiasmus. In Europa hingegen drehten sich Diskussionen seiner Erfahrung nach eher um Regulierung und Verantwortung.

Würde er versuchen, ein Unternehmen in Europa stark zu skalieren, würden strenge Arbeitsgesetze und regulatorische Rahmenbedingungen das Wachstum erheblich erschweren, argumentierte er.

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Dem stellte er OpenAI gegenüber, wo Mitarbeiter häufig sechs oder sieben Tage pro Woche arbeiteten und entsprechend entlohnt würden — etwas, das in weiten Teilen Europas rechtlich problematisch wäre, so seine Einschätzung.

Eine breitere Wettbewerbsdebatte

Seine Aussagen fallen in eine seit Langem geführte Debatte über Europas Rückstand bei technologischer Innovation.

Das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas ist der niederländische Chipausrüster ASML mit einer Bewertung von rund 550 Milliarden US-Dollar. In den USA hingegen gibt es zehn Unternehmen mit einem Marktwert von über einer Billion US-Dollar — die meisten davon Technologiekonzerne.

Ein wegweisender EU-Bericht aus dem Jahr 2024 kam zu dem Schluss, dass Europa in puncto Innovation und Wettbewerbsfähigkeit hinter die USA zurückgefallen sei. Zwar wurden umfassende Reformen vorgeschlagen, doch deren Umsetzung blieb bislang begrenzt.

Steinberger äußerte gewisse Hoffnungen in EU INC, eine Initiative zur Schaffung eines einheitlichen Unternehmensrahmens innerhalb der EU zur Vereinfachung grenzüberschreitender Geschäftstätigkeit. Zugleich deutete er an, dass die Fortschritte ins Stocken geraten seien, und bezeichnete das Vorhaben als „im Sande verlaufend“ und „verwässert, zu viel egoistisches nationales Interesse, das letztlich allen schadet“.

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Sorge vor Abwanderung

Sein Wechsel heizt die Debatte über Europas Fähigkeit an, führende KI-Talente zu halten. Während sich der Kontinent als globaler Vorreiter in der Technologieregulierung positioniert hat, argumentieren Kritiker, ein zu restriktives Umfeld könne Gründer in die USA treiben — wo Kapital, Skalierungsmöglichkeiten und regulatorische Flexibilität weiterhin starke Anziehungskräfte darstellen.

Ob Steinbergers Weggang ein Einzelfall ist oder Teil einer breiteren Entwicklung, bleibt abzuwarten. Seine deutliche Einschätzung unterstreicht jedoch die wachsende Spannung zwischen Regulierung und Wachstum im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.

Quellen: Business Insider; Beiträge von Peter Steinberger auf X