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NASA hat Schwierigkeiten, auf dem Mars entdeckte organische Moleküle ohne die Annahme von Leben zu erklären

Perseverance rover mars
NASA, Public domain, via Wikimedia Commons

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass langkettige Kohlenstoffmoleküle, die vom NASA-Rover Curiosity auf dem Mars entdeckt wurden, sich allein durch nicht-biologische Prozesse nur schwer erklären lassen, auch wenn Wissenschaftler noch nicht von einem Beweis für früheres Leben sprechen.

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Eine neue wissenschaftliche Studie verleiht einer der faszinierendsten Entdeckungen des NASA-Rovers Curiosity zusätzliches Gewicht: langkettige Kohlenstoffmoleküle auf dem Mars, die sich allein durch nicht-biologische Prozesse nur schwer erklären lassen.

Die Moleküle — bekannt als Alkane — wurden im vergangenen Jahr entdeckt, nachdem Curiosity in ein Gebiet gebohrt hatte, das als uraltes Seebett gilt. Forscher vermuteten zunächst, es könne sich um Überreste von Fettsäuren handeln, die wesentliche Bestandteile von Zellmembranen auf der Erde sind.

Auch wenn dies weit von einem Beweis für früheres Leben auf dem Mars entfernt ist, hat die Entdeckung weiterhin wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregt.

Strahlung erschwert die Einordnung

In einer in der Fachzeitschrift Astrobiology veröffentlichten Studie untersuchte ein Team unter der Leitung von Alexander Pavlov vom NASA Goddard Space Flight Center, wie sich Millionen Jahre der Strahlenbelastung auf die organischen Verbindungen ausgewirkt haben könnten, nachdem der Mars einen Großteil seiner Atmosphäre verloren hatte.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die ursprüngliche Konzentration dieser langkettigen Moleküle deutlich höher gewesen sein muss als heute beobachtet.

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Selbst unter Berücksichtigung bekannter nicht-biologischer Quellen — wie kohlenstoffreichem Staub und der Eintragung durch Meteoriten — stellten die Forscher fest, dass abiotische Erklärungen allein die gemessenen Werte nur schwer erklären können.

„Wir argumentieren, dass derart hohe Konzentrationen langkettiger Alkane mit den wenigen bekannten abiotischen Quellen organischer Moleküle auf dem frühen Mars unvereinbar sind“, schrieb das Team.

Biologische Prozesse bleiben plausibel

Eine Theorie besagt, dass sich organische Moleküle vor Milliarden von Jahren angesammelt haben könnten, als der Mars über eine dichtere Atmosphäre verfügte, sodass von Meteoriten gelieferte Kohlenstoffverbindungen erhalten bleiben konnten.

Pavlov und seine Kollegen kamen jedoch zu dem Schluss, dass selbst die Kombination bekannter abiotischer Mechanismen nicht ausreicht, um die geschätzte ursprüngliche Häufigkeit zu erklären.

Damit bleiben biologische Prozesse — ähnlich denen auf der Erde — eine plausible, wenn auch nicht bestätigte Erklärung.

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Die Forscher vermieden es sorgfältig, definitive Aussagen über Leben auf dem Mars zu treffen. Sie räumten ein, dass bislang unbekannte chemische Prozesse existieren könnten, die die Ergebnisse erklären.

„Wir stimmen Carl Sagan zu, dass außergewöhnliche Behauptungen außergewöhnliche Beweise erfordern“, schrieben sie und betonten, dass jede Bestätigung von Leben jenseits der Erde mehrere unabhängige Beweislinien erfordern würde.

Ein Schritt, kein Fazit

Der Mars war einst von ausgedehnten Seen, Flüssen und möglicherweise Ozeanen geprägt und gilt daher als einer der vielversprechendsten Orte bei der Suche nach vergangenem Leben in unserem Sonnensystem.

Das Vorhandensein langkettiger organischer Moleküle fügt diesem Puzzle ein weiteres Teil hinzu — jedoch nicht die endgültige Antwort.

Das Team fordert weitere Experimente, um besser zu verstehen, wie Strahlung solche Moleküle unter marsähnlichen Bedingungen verändert.

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Vorerst stellen die Ergebnisse einen überzeugenden Hinweis dar — einen, der die Möglichkeit früheren Lebens auf dem Mars weiterhin offenhält.

Quellen: Futurism; Astrobiology