Wladimir Putin hat ein System aufgebaut, das die Macht fest im Kreml konzentriert.
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Doch nach inneren Unruhen, Spannungen innerhalb der Elite und dem Schock des Wagner-Aufstands im Jahr 2023 sagen Analysten, der russische Präsident konzentriere sich zunehmend darauf, seinen Machterhalt abzusichern.
Ein britischer Sicherheitsexperte sieht in jüngsten Entwicklungen in Moskau Hinweise darauf, dass Putin ihm direkt loyale Kräfte stärkt.
Stärkung der Rosgwardija
William James Dixon vom Royal United Services Institute erklärte gegenüber der Kyiv Post, ein jüngster Erlass des Kremls scheine die russische Nationalgarde, bekannt als Rosgwardija, zu stärken.
„Anstatt die Truppe enger in das Verteidigungsministerium einzugliedern, stellt der Erlass sie klar außerhalb der regulären militärischen Befehlskette“, sagte Dixon.
Seiner Analyse zufolge untersteht die Rosgwardija nun der „allgemeinen operativen Kontrolle“ ihres Direktors Viktor Solotow, der direkt an Putin berichtet.
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Dixon bezeichnete diese Entwicklung als die Schaffung einer „Parallelstruktur“ innerhalb des russischen Sicherheitssystems.
Eine Truppe zum Schutz des Regimes
Die Rosgwardija wurde 2016 per Präsidialerlass gegründet und fungierte zunächst überwiegend als innenpolitische Sicherheits- und Polizeikraft.
Dixon argumentiert, „dass sich die Organisation zu etwas entwickelt, das eher einer rivalisierenden Militärformation ähnelt, mit Berichten über spezialisierte Einheiten und schwerere Ausrüstung, darunter auch Panzerverbände.“
Er brachte diese Entwicklung mit dem Aufstand von Jewgeni Prigoschin im Jahr 2023 in Verbindung und sagte, das Ereignis habe Schwächen in den bestehenden Strukturen zur Bewältigung innerer Bedrohungen offengelegt.
Dixon verglich die Rolle der Rosgwardija mit der der Islamischen Revolutionsgarden im Iran und bezeichnete sie als eine „prätorianische Truppe“, deren Aufgabe der Schutz des Regimes sei.
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Obwohl die Rosgwardija auch in der Ukraine eingesetzt wurde, unter anderem bei Kampfeinsätzen und Besatzungsaufgaben in Gebieten wie dem Donbas, warnte Dixon, dass ihre erweiterte Rolle die Spannungen innerhalb des russischen Militärs vertiefen könnte.
Er warnte, das Entstehen einer privilegierten Paralleltruppe könne „zu einem Brennpunkt für weitere Spaltungen“ werden.
Quellen: Kyiv Post, Royal United Services Institute, Digi24