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Was ist Putins Endziel? Nicht nur das Territorium der Ukraine, sagen Geheimdienste

Vladimir Putin
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Nicht einmal die russische Forderung nach Donezk könnte den Kreml zufriedenstellen.

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Nur wenige, wenn überhaupt jemand, wissen, was im Kopf von Wladimir Putin vorgeht.

Der Krieg in der Ukraine wird bald vier Jahre andauern, doch obwohl sich die Kämpfe zu einem demütigenden russischen Spektakel mit mehr als 1,2 Millionen Verlusten auf russischer Seite, einer angeschlagenen Wirtschaft und weltweit verbrannten diplomatischen Brücken entwickelt haben, dauern die Gefechte an.

Und es ist unwahrscheinlich, dass sie in absehbarer Zeit enden werden – sofern westliche Geheimdienstvertreter die Lage richtig einschätzen.

Nicht an einer Einigung interessiert

In einem am 19. Februar 2026 veröffentlichten Artikel von Reuters legen die Leiter von fünf europäischen Geheimdiensten nahe, dass Moskaus Ambitionen in der Ukraine weit über Geländegewinne auf dem Schlachtfeld hinausgehen.

Den Quellen zufolge, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, strebt der Kreml kein schnelles Ende des Konflikts an und bleibt darauf fokussiert, die politische Zukunft der Ukraine neu zu gestalten.

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Die Einschätzungen deuten darauf hin, dass jede Einigung, die sich auf territoriale Zugeständnisse beschränkt, hinter Russlands umfassenderen Zielen zurückbleiben würde.

Donezk reicht nicht aus

Reuters berichtete, dass selbst eine Abtretung des verbleibenden Teils der Region Donezk durch die Ukraine den Vorstoß des Kremls zur Absetzung der gewählten ukrainischen Führung nicht zufriedenstellen würde.

Die Geheimdienstvertreter erklärten, dass wahrscheinlich weitere Forderungen folgen würden.

Die Erkenntnisse stehen im Einklang mit früheren Analysen des Institute for the Study of War (ISW), das seit Langem argumentiert, dass Putins Ziele über die Ostukraine hinausgehen und grundlegende Veränderungen der europäischen Sicherheitsordnung beinhalten.

Übergeordnete strategische Ziele

Der Thinktank geht davon aus, dass Moskaus Ambitionen unter anderem darin bestehen, die NATO-Bestrebungen der Ukraine zu blockieren und die militärischen Fähigkeiten des Landes einzuschränken, um künftigen Widerstand zu verhindern.

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Das ISW hat zudem eingeschätzt, dass der Kreml eine prorussische Regierung in Kyjiw anstrebt.

Putin hat den Konflikt wiederholt als Teil einer umfassenderen Konfrontation mit der NATO dargestellt und eine Neuordnung der europäischen Sicherheitsarchitektur gefordert. Westliche Vertreter sehen diese Forderungen als unvereinbar mit der Souveränität der Ukraine an.

Am 18. Februar bekräftigten hochrangige russische Vertreter, dass jede Vereinbarung Moskaus vollständige Liste von Bedingungen erfüllen müsse.

Lawrows Äußerungen

In einem Interview mit dem saudischen Staatssender Al-Arabiya bezog sich der russische Außenminister Sergej Lawrow auf eine von ihm als „Alaska-Verständigung“ bezeichnete Übereinkunft, die bei jüngsten Gesprächen in Genf mit US-Vertretern erörtert worden sei. Er deutete an, dass die mutmaßliche Vereinbarung die „Grundursachen“ des Krieges behandle.

Lawrow wiederholte Moskaus Behauptungen, wonach die NATO-Bestrebungen der Ukraine sowie eine angebliche Diskriminierung ethnischer Russen und der mit Moskau verbundenen Ukrainischen Orthodoxen Kirche zentrale Streitpunkte seien. Zudem forderte er eine internationale Anerkennung der Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland im Jahr 2022.

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Lawrow bezeichnete die Ukraine seit 2014 als „Haupthindernis“ für den Frieden und warf der Europäischen Union vor, die Minsker Vereinbarungen untergraben zu haben, während er westliche Sicherheitsgarantien für Kyjiw als Bedrohung für Russland kritisierte.

Westliche Geheimdienstvertreter erklären, solche Aussagen untermauerten ihre Einschätzung, dass der Kreml politische Kontrolle in Kyjiw anstrebe und nicht lediglich territoriale Anpassungen.

Quellen: Reuters, Institute for the Study of War (ISW)