Millionen Menschen sind täglich auf Inhalatoren angewiesen, um ihre Asthmasymptome zu kontrollieren. Doch neue Forschungsergebnisse werfen weitere Fragen zu den langfristigen Auswirkungen bestimmter steroidbasierter Behandlungen auf. Eine britische Kolumnistin hat ihre Erfahrungen geteilt, nachdem bei ihr eine unerwartete gesundheitliche Komplikation festgestellt wurde.
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In einem Beitrag für die Daily Mail schilderte Jenni Murray, wie eine kürzlich durchgeführte CT-Untersuchung bislang unentdeckte Schäden an ihrer Wirbelsäule offenbarte. Obwohl sie sich vor drei Jahren einen Bruch des T8-Wirbels zugezogen hatte, erfuhr sie später, dass auch der darunterliegende T7-Wirbel kollabiert war.
Murray, die seit ihrer Kindheit mit Asthma lebt, erklärte, sie habe jahrzehntelang ein Steroidinhalationsspray zur Behandlung ihrer Erkrankung verwendet. Erst als ihr Arzt sie nach der Nutzung des Inhalators fragte, begann sie einen möglichen Zusammenhang zu erkennen.
„Sie haben mich all die Jahre vielleicht vor einem tödlichen Asthmaanfall bewahrt, aber ich wusste nicht, dass ihre Einnahme möglicherweise schwerwiegende Folgen haben kann“, schrieb sie laut LADbible.
Sorgen um die Knochengesundheit
Steroidinhalatoren werden häufig verschrieben, um Entzündungen in den Atemwegen zu reduzieren und Asthmaanfälle zu verhindern. Sie unterscheiden sich von Notfallinhalatoren, die zur Linderung von Symptomen während eines Anfalls eingesetzt werden.
Laut Murray warnte ihr Arzt, dass solche Medikamente „schlecht für die Knochen“ sein können und im Laufe der Zeit die Brüchigkeit erhöhen könnten.
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Eine von der University of Nottingham durchgeführte und in der Fachzeitschrift Thorax veröffentlichte Studie, auf die sich LadBible beruft, stellte einen Zusammenhang zwischen Steroidbehandlungen bei Asthma und einem erhöhten Risiko für Osteoporose sowie sogenannte Fragilitätsfrakturen fest.
Die Studie berichtete von einem „klaren Zusammenhang sowohl zwischen der kumulativen Dosis als auch der Anzahl der Behandlungszyklen mit inhalativen Steroiden oder Steroidtabletten und dem Risiko für Osteoporose oder Fragilitätsfrakturen“.
Studienergebnisse
Die Forscher stellten fest, dass Patienten, denen innerhalb eines Jahres zwei bis drei Behandlungszyklen mit Steroidtabletten verschrieben wurden, ein erhöhtes Risiko hatten, an Osteoporose zu erkranken. Bei Personen mit neun oder mehr Verschreibungen und einer kumulativen Dosis von 2.500 mg oder mehr war das Risiko im Vergleich zu Nichtanwendern mehr als viermal so hoch.
Die Studie zeigte zudem, dass Patienten mit elf oder mehr Verschreibungen für inhalative Steroide ein um 60 Prozent höheres Risiko hatten, an Osteoporose zu erkranken, und ein um 31 Prozent höheres Risiko für Fragilitätsfrakturen aufwiesen.
Bei einer kumulativen inhalativen Dosis von mehr als 120 mg pro Jahr war die Wahrscheinlichkeit für solche Frakturen um 20 Prozent erhöht.
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Gesundheitsexperten betonen, dass Patienten verschriebene Behandlungen nicht ohne ärztlichen Rat absetzen sollten. Wer sich wegen einer langfristigen Steroidanwendung sorgt, sollte mit seinem Arzt über eine Überwachung der Knochengesundheit und mögliche Anpassungen der Medikation sprechen.
Quellen: LadBible, Daily Mail, University of Nottingham, Thorax