Startseite Welt Mexikanische Drogenkartelle lieben US-Waffen – vor allem Barrett-Gewehre

Mexikanische Drogenkartelle lieben US-Waffen – vor allem Barrett-Gewehre

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Staffotografen Directie Voorlichting Ministerie van Defensie, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Während die Gewalt in Teilen Mexikos zunimmt, präsentieren schwer bewaffnete Kartellkämpfer immer häufiger militärische Feuerkraft.

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Im Internet kursierende Bilder zeigen Kämpfer des Jalisco-New-Generation-Kartells, kurz CJNG, mit Waffen, die eher auf Schlachtfeldern als bei kriminellen Gruppen zu erwarten sind.

Steigende Spannungen

Die Kämpfe zwischen dem CJNG und mexikanischen Sicherheitskräften dauern an, begleitet von Berichten über interne Führungsverschiebungen nach dem Tod einer ranghohen Persönlichkeit.

Abraham Jesús Ambriz Cano, bekannt als „El Yogurt“, soll innerhalb der Organisation nach größerer Kontrolle streben.

In sozialen Medien veröffentlichte Fotos zeigen Mitglieder seines Sicherheitsteams mit modernen Schusswaffen.

Ein Leibwächter scheint mit einem FN Minimi ausgestattet zu sein, auch bekannt als M249 leichtes Maschinengewehr, während ein anderer ein Gewehr trägt, das wie ein Barrett M82 im Großkaliber aussieht.

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Das Auftauchen solcher Waffen verdeutlicht das Ausmaß der Feuerkraft, über die große mexikanische Kartelle verfügen.

Eine Kultwaffe

Großkalibrige Scharfschützengewehre, insbesondere das in den USA hergestellte Barrett M82 und seine modernisierte Variante M107, haben unter mexikanischen kriminellen Gruppen nahezu mythischen Status erlangt.

Die Gewehre sind für das Kaliber .50 BMG (12,7 x 99 mm NATO) ausgelegt und darauf ausgelegt, Ziele in Entfernungen von bis zu zwei Kilometern zu treffen.

Dank ihrer hohen Mündungsenergie können sie verstärkte Deckungen durchschlagen, darunter Gebäudewände und leicht gepanzerte Fahrzeuge.

Laut der mexikanischen Zeitung Milenio unter Berufung auf Regierungsdaten beschlagnahmten die Behörden zwischen 2009 und 2020 insgesamt 358 Barrett-M82-Gewehre, davon allein 68 im Jahr 2019.

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Kartelle haben solche Gewehre auch gegen Luftfahrzeuge eingesetzt. Im September 2016 schossen Mitglieder der Gruppe „Caballeros Templarios“ einen Polizeihubschrauber ab und unterstrichen damit die Zerstörungskraft dieser Waffen.

Von den USA nach Mexiko

Barrett-Gewehre und ähnliche großkalibrige Schusswaffen stammen häufig aus den Vereinigten Staaten, wo sie in einigen Bundesstaaten von Zivilpersonen legal erworben werden können, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und den hohen Preis bezahlen können.

Auf dem US-Markt kostet das Modell M107 in der Regel zwischen umgerechnet etwa 11.000 und 13.800 Euro.

Für Kartelle, die enorme Einnahmen aus dem Drogenhandel erzielen, stellt dieser Preis jedoch kein Hindernis dar. Die Waffen werden über illegale Schmuggelnetzwerke, private Verkäufer, die gegen das Gesetz verstoßen, oder durch die Beschlagnahmung von Waffen rivalisierender Gruppen und mexikanischer Sicherheitskräfte beschafft.

Die prominente Darstellung dieser Gewehre in der Kartellpropaganda hat sie sowohl zu einem taktischen Mittel als auch zu einem Machtsymbol gemacht.

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