Bemühungen zur Rückführung ukrainischer Kinder, die während des Krieges verschleppt wurden, stehen im Mittelpunkt von Gesprächen mit den Vereinten Nationen, während Kiew Alarm über ihre fortgesetzte Festhaltung in Russland schlägt. Offizielle warnen, dass dieses Thema zu einem zentralen Hindernis für einen dauerhaften Frieden wird.
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Neue Aussagen des ukrainischen Außenministers deuten darauf hin, dass das Thema auch als politisches Druckmittel genutzt wird.
Diplomatischer Druck
Laut United24Media traf sich der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am 13. April mit der UN-Sonderbeauftragten für Kinder und bewaffnete Konflikte, Vanessa Fraser, um die Angelegenheit zu erörtern.
Sybiha betonte, dass ein dauerhafter Frieden von der Rückführung der aus besetzten Gebieten verschleppten Kinder abhänge.
„Russland verändert systematisch die Dokumente ukrainischer Kinder und bringt sie in Pflegefamilien unter, auch in entlegenen Regionen Russlands. Darüber hinaus versucht es, ihre Identität auf verschiedene Weise auszulöschen. Noch zynischer ist, dass es Kinder in diesem Krieg instrumentalisiert – indem es sie als Druckmittel in Verhandlungen einsetzt“, sagte er.
Anhaltende Bedenken
Der Minister erklärte, dass bereits mehr als 2.000 Kinder zurückgeführt worden seien, viele weitere sich jedoch noch in Russland befänden.
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Er bezeichnete die Situation als schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und sagte, beide Seiten hätten über Maßnahmen zur Verbesserung der Rechenschaftspflicht sowie zur Durchsetzung von UN-Resolutionen zu diesem Thema gesprochen.
Die Gespräche konzentrierten sich auch darauf, weitere Verschleppungen zu verhindern und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.
Ergebnisse von Untersuchungen
Separate Untersuchungen haben die Besorgnis über das Ausmaß des Problems verstärkt. Ein gemeinsamer Bericht von Current Time und The Reckoning Project ergab, dass einige Kinder, die 2022 aus einem Waisenhaus in Cherson gebracht wurden, nun auf einer russischen staatlichen Website zur Adoption gelistet sind.
Der Bericht deutete darauf hin, dass ihre Profile keinen Hinweis auf ihre ukrainische Herkunft enthalten.
Journalisten überprüften die Identitäten, veröffentlichten jedoch aus Sicherheitsgründen keine Details.
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Breiteres Muster
Forscher gehen davon aus, dass die Verschleppungen Teil eines umfassenderen Systems sind. Eine Studie der Yale University ergab, dass zwischen 2022 und 2025 mehr als 2.000 Kinder in Lager in Russland und auf der Krim gebracht wurden.
Der Bericht brachte staatliche Unternehmen mit der Finanzierung von Programmen in Verbindung, die diese Transfers ermöglichten, darunter Reise- und Unterbringungskosten für die Kinder.
Quellen: United24Media, Current Time, The Reckoning Project, Yale University