Haustiere gelten als treue Begleiter und emotionale Stütze. Doch eine australische Längsschnittstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die Anschaffung eines Tieres im Durchschnitt weder messbar glücklicher noch gesünder macht.
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Ausgangspunkt der Untersuchung war eine Gesetzesänderung im Bundesstaat Victoria im Jahr 2020. Seitdem dürfen Mieter Haustiere halten, sofern Vermieter keine triftigen Gründe dagegen vorbringen.
In der Folge stieg die Zahl der Haustiere unter Mietern deutlich an.
Forschende nutzten diese Reform als eine Art natürlichen Test: Wenn Tiere tatsächlich das Wohlbefinden steigern, müsste sich das bei jenen Menschen zeigen, die infolge der neuen Regelung erstmals ein Haustier aufnahmen.
Analysiert wurden Daten der repräsentativen „Household, Income and Labour Dynamics in Australia“-Studie (HILDA) aus den Jahren 2018 bis 2022.
Im Fokus standen 495 Miethaushalte in Victoria ohne Haustier im Jahr 2018. Bis 2022 hatten 39 Prozent von ihnen eines angeschafft.
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Keine signifikanten Veränderungen
Untersucht wurden Einsamkeit, Lebenszufriedenheit, psychische Gesundheit und allgemeine Gesundheit. Das Ergebnis: In keiner dieser Kategorien zeigte sich ein überzeugender positiver Effekt durch die Haustieranschaffung.
Die Einsamkeit nahm leicht zu, jedoch ohne klaren Unterschied zwischen Haushalten mit und ohne neues Tier.
Auch die Lebenszufriedenheit blieb weitgehend unverändert. Bei psychischer und allgemeiner Gesundheit waren lediglich minimale Schwankungen erkennbar.
Um einen deutlichen Nutzen statistisch belegen zu können, hätten sich die Werte ohne Haustier erheblich stärker verschlechtern müssen – was als unrealistisch gilt.
Mögliche Erklärungen und Grenzen
Die Autoren verweisen darauf, dass frühere positive Befunde auf sogenannten Selektionseffekten beruhen könnten: Menschen mit Haustieren unterscheiden sich womöglich bereits vor der Anschaffung von anderen.
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Zudem könnten Vorteile durch Zeitaufwand, Kosten und Verantwortung ausgeglichen werden.
Die Studie bezieht sich ausschließlich auf den australischen Kontext. Kurzfristige Effekte lassen sich nicht ausschließen.
Im Durchschnitt jedoch zeigt sich: Ein Haustier ist kein garantierter Weg zu mehr Wohlbefinden.
Quelle: PETBOOK