Donald Trumps militärische Aktion gegen Iran hat bei einigen der härtesten Stimmen Russlands Alarm ausgelöst, die nun argumentieren, der US-Präsident könne eine breitere Bedrohung für Moskaus Interessen darstellen.
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Als Trump ins Weiße Haus zurückkehrte, hofften einige russische nationalistische Kommentatoren zunächst, dass sein unberechenbarer und transaktionaler Stil Russland letztlich zugutekommen könnte, insbesondere im Zusammenhang mit Verhandlungen über die Ukraine.
Doch die US-israelischen Angriffe auf den Iran haben bei einigen dieser Stimmen einen Stimmungswechsel ausgelöst, berichtet Digi24.ro.
Wachsende Kritik
Einige Hardliner-Kommentatoren sagen nun, dass die Handlungen Washingtons zeigen, dass es riskant ist, sich auf Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu verlassen.
„Die prinzipienlosen Vereinigten Staaten von Amerika sind eine Bedrohung für die ganze Welt“, sagte der nationalistische Geschäftsmann Konstantin Malofejew laut von Digi24.ro zitierten Aussagen.
„Das sind die Vereinigten Staaten, mit denen wir über die Ukraine zu verhandeln versuchen. Ja, sie wollen ein schwaches Europa. Aber sie wollen auch ein schwaches Russland.“
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Reaktion von Kriegsbloggern
Andere einflussreiche pro-Krieg-Stimmen äußerten ähnliche Kritik.
Boris Roschin, ein Militärblogger, der online als „Colonel Cassad“ bekannt ist und Hunderttausende Follower auf Telegram hat, schrieb, es sei fehlgeleitet, auf Trump zu vertrauen.
„Sich ernsthaft auf irgendeine Vereinbarung oder ein Verständnis mit ihm (dem Monster) zu verlassen, ist entweder Dummheit oder Verrat“, sagte er.
Akademische Kritik
Auch der russische Akademiker Andrej Sidorow kritisierte den US-Präsidenten während eines Auftritts im Staatsfernsehen.
Er bezeichnete Trump als „einen gefährlichen Mann“ und argumentierte, Russland sei derzeit zu stark auf den Krieg in der Ukraine konzentriert, um den Handlungen der USA weltweit entgegenzutreten.
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„Jetzt verstehen wir, wer die Welt regiert“, sagte Sidorow.
Balanceakt des Kremls
Trotz der harten Rhetorik nationalistischer Kommentatoren hat der Kreml einen vorsichtigeren Ton angeschlagen.
Russische Behörden verurteilten die US-Angriffe als „unprovozierte Aggression“, vermieden jedoch persönliche Angriffe auf Trump.
Moskau hofft weiterhin, dass Washington eine Rolle bei Verhandlungen über den Krieg in der Ukraine spielen könnte.
Begrenzte Möglichkeiten
Analysten sagen, dass Russland derzeit nur begrenzte Möglichkeiten hat, Iran militärisch zu unterstützen.
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Moskau hat zuvor im Iran entwickelte Drohnen für den Einsatz in der Ukraine importiert und produziert, doch Experten glauben, dass es Teheran im aktuellen Konflikt nicht wesentlich unterstützen kann.
Gleichzeitig sehen einige russische Beamte potenzielle wirtschaftliche Vorteile durch steigende Ölpreise, falls die Krise im Nahen Osten anhält.
Angst vor dem Verlust von Verbündeten
Einige nationalistische Kommentatoren argumentieren, dass die US-Aktionen Russlands internationale Position geschwächt haben.
Sie verweisen auf mehrere Staatsführer, die als Moskau nahestehend gelten und die ihre Macht verloren haben oder unter Druck aus Washington geraten sind, darunter Syriens Baschar al-Assad und Irans Ajatollah Ali Chamenei.
Der ultranationalistische Philosoph Alexander Dugin warnte, dass ein Zusammenbruch Irans weitreichende Folgen haben könnte.
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„Wenn Iran standhält, könnte alles eine andere Wendung nehmen. Wenn es zusammenbricht, werden wir die Nächsten sein“, sagte er.
Quellen: Digi24.ro, regionale Medienberichte