Wladimir Putin hat in den vergangenen Monaten mehrere wichtige Verbündete verloren, wodurch der Kremlchef auf der Weltbühne zunehmend isoliert wirkt.
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Die dramatische Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang dieses Jahres nahm Moskau einen seiner engsten Partner und bedeutete einen geopolitischen Rückschlag für Russland.
Da andere Verbündete wie der Iran geschwächt sind, sagen Kritiker, Putins Verhalten sei vorsichtiger und geheimnisvoller geworden.
Nun deuten neue Vorwürfe darauf hin, dass der russische Präsident die Öffentlichkeit erneut darüber in die Irre geführt haben könnte, wo er sich tatsächlich aufhielt.
Zweifel an Treffen
Im November veröffentlichte Aufnahmen des Kremls zeigten Putin im Gespräch mit hochrangigen Kommandeuren an einem Ort, den die Behörden laut Express als Front-Kommandoposten der Militärgruppe Zapad bezeichneten.
Der russische Präsident führte Gespräche mit dem Generalstabschef der Streitkräfte, General Waleri Gerassimow, sowie mit weiteren Militärführern über den Krieg in der Ukraine.
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Während des Treffens ordnete Putin Gerassimow an, die „bedingungslose Erreichung der Ziele der speziellen Militäroperation“ sicherzustellen.
Das Recherchemedium VChK–OGPU und die Website Rucriminal berichteten später jedoch über Insiderangaben, wonach das Treffen überhaupt nicht in der Nähe des Schlachtfelds stattgefunden habe.
Behauptung über Dreharbeiten in Moskau
Diesen Berichten zufolge könnten die Aufnahmen stattdessen in Moskau im Komplex National Centre Russia im Geschäftsviertel Moscow City gedreht worden sein.
Der Veranstaltungsort, der Ende 2024 eröffnet wurde, ist ein großer Ausstellungs- und Konferenzkomplex, in dem nationale Errungenschaften präsentiert werden.
Insider, die von den Medien zitiert wurden, erklärten, rund um den Komplex habe in den frühen Morgenstunden des 18. November eine massive Sicherheitsoperation stattgefunden.
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Demnach seien etwa 2.000 Beamte von Polizei, Nationalgarde und FSB eingesetzt worden, um das Gebiet zu sichern.
Große Sicherheitsdurchsuchung
Sicherheitsteams hätten Berichten zufolge Abflüsse und Kanalschächte durchsucht, während Spürhunde das Gebiet nach möglichen Bedrohungen absuchten.
Bewaffnete Patrouillen seien entlang der nahegelegenen Uferpromenade stationiert gewesen und mit Technologie zur Abwehr von Drohnen ausgestattet worden, falls es zu einem Angriff durch eine UAV kommen sollte.
Trotz des Umfangs der Operation gab es keine offizielle Ankündigung, dass Putin an diesem Tag den Komplex besucht hatte.
Zwei Tage später veröffentlichte der Kreml das Video, das den Präsidenten bei einem Treffen mit Militärkommandeuren in einem angeblichen Front-Kommandozentrum zeigte.
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Internetausfälle
Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem in den vergangenen Tagen wiederholt Ausfälle des mobilen Internets im Zentrum Moskaus aufgetreten sind.
Die Behörden erklären, die Störungen stünden im Zusammenhang mit Sicherheitsmaßnahmen, doch Details wurden kaum veröffentlicht.
Die Wirtschaftszeitung Kommersant schätzte, dass fünf Tage mit Ausfällen Unternehmen bis zu rund 43 Millionen Euro kosten könnten.
Branchen, die stark auf mobile Konnektivität angewiesen sind, darunter Taxidienste, Kurierfirmen und Einzelhändler mit drahtlosen Zahlungssystemen, sollen besonders stark betroffen sein.
Quellen: Express, Kommersant, VChK–OGPU