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„Europa hat keine munition mehr“, warnt Chef eines Rüstungskonzerns

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Europas Fähigkeit, einen großen militärischen Konflikt durchzuhalten, könnte laut dem Chef des größten deutschen Rüstungsherstellers aufgrund eines Mangels an Munition stark eingeschränkt sein.

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Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, sagte, dass die aktuellen Munitionsbestände in Europa gefährlich niedrig seien und im Falle groß angelegter Kampfhandlungen schnell aufgebraucht sein könnten.

In einem Interview mit der Zeitung Neue Zürcher Zeitung warnte Papperger: „Fast niemand in Europa hat genug (Munition. — TMT).“

Er sagte, das Unternehmen bereite eine deutliche Erweiterung seiner Produktionskapazitäten vor und plane, seine jährliche Produktion von Artilleriegranaten von etwa 70.000 auf 1,5 Millionen bis zum Jahr 2030 zu steigern, berichtet Digi24.ro.

Steigende Nachfrage

Der Rheinmetall-Chef verwies auch auf eine wachsende Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen und stellte fest, dass moderne Schlachtfelder zunehmend stärkeren Schutz für Soldaten gegen Drohnen- und Raketenangriffe erfordern.

Laut Papperger ist der Auftragsbestand von Rheinmetall auf fast 70 Milliarden Euro angewachsen und könnte sich innerhalb des nächsten Jahres verdoppeln.

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Viele der derzeit in der Pipeline befindlichen Verträge sollen gegen Ende des Jahrzehnts ausgeliefert werden, insbesondere zwischen 2029 und 2030.

Europa kauft mehr Waffen

Daten des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) spiegeln den raschen Anstieg der Verteidigungsbeschaffung in Europa wider.

In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Waffenimporte Europas mehr als verdreifacht. Damit ist die Region mit 33 Prozent der weltweiten Lieferungen zum größten Waffenabnehmer der Welt geworden.

Fast die Hälfte dieser Importe, etwa 48 Prozent, stammt aus den Vereinigten Staaten, deren Waffenexporte nach Europa im gleichen Zeitraum um 217 Prozent gestiegen sind.

Ukraine treibt Innovation voran

Russische Waffenexporte sind im selben Zeitraum stark zurückgegangen und um etwa 64 Prozent gefallen, sodass Moskau nur noch einen Anteil von 6,8 Prozent am globalen Waffenmarkt hält.

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Während Europa versucht, seine eigene Verteidigungsindustrie zu stärken, konzentrieren sich mehrere Initiativen auf die Zusammenarbeit mit der Ukraine.

Laut The Wall Street Journal ermöglicht ein Programm namens „Build With Ukraine“ europäischen Ländern den Zugang zu ukrainischen Militärtechnologien, die während des Krieges entwickelt wurden.

Ein Beispiel ist die Drohnenfabrik „Linz“ nahe München, ein Gemeinschaftsprojekt des deutschen Unternehmens Quantum Systems und des ukrainischen Unternehmens Frontline Robotics, in der etwa 80 Prozent der Beschäftigten Ukrainer sind.

Deutschland hat in diesem Jahr mehr als 11 Milliarden Euro an Militärhilfe für die Ukraine bereitgestellt, darunter bis zu 2 Milliarden Euro zur Unterstützung gemeinsamer Produktionsprojekte.

Quellen: Digi24, Neue Zürcher Zeitung, SIPRI, The Wall Street Journal

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