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Russland könnte im Jahr 2026 bis zu 9 Millionen Drohnen einsetzen, was etwa 25.000 pro Tag entspricht, warnt EU-Kommissar

Vladimir Putin, Shahed Drones
Alexey Smyshlyaev / Shutterstock.com

Er sagte außerdem: „Es besteht eine reale Möglichkeit, dass wir russischer Aggression gegenüberstehen könnten.“

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Europäische Beamte richten ihren Blick zunehmend auf die rasante Transformation der modernen Kriegsführung, da Drohnen die Schlachtfelder weltweit verändern.

Neue Warnungen aus Brüssel deuten darauf hin, dass das Ausmaß künftiger Drohneneinsätze Europas Sicherheitslage erheblich verändern könnte.

EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt Andrius Kubilius sagte, Russland könne innerhalb des nächsten Jahres Millionen von Drohnen einsetzen, was Sorgen über die Einsatzbereitschaft des Kontinents auslöse.

Wachsende Drohnenbedrohung

Bei einer Rede auf dem Europa-Forum in Brüssel sagte Kubilius, Moskau könne im Jahr 2026 zwischen sieben und neun Millionen Drohnen einsetzen.

Dies entspricht fast 25.000 Drohnen, die das ganze Jahr über täglich eingesetzt würden.

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Laut Radio Free Europe/Radio Liberty nannte der Kommissar diese Zahl, als er über Russlands wachsende militärische Produktion sprach.

„Wir müssen bedenken, dass Russland für seine Armee – gemessen an der Kaufkraftparität – etwa 85 % des gesamten Verteidigungsbudgets der Europäischen Union ausgibt. Außerdem ist es bereit, im Jahr 2026 sieben bis neun Millionen Drohnen einzusetzen“, sagte Kubilius.

Er argumentierte, der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, wie zentral Drohnen für die moderne Kriegsführung geworden seien. Die Erfahrungen aus dem Konflikt, sagte er, zwängen europäische Regierungen dazu, neu zu überdenken, wie schnell sie ihre eigenen Verteidigungsfähigkeiten stärken müssten.

Kubilius warnte außerdem, Europa könne die Möglichkeit einer weiteren russischen Eskalation auf dem Kontinent nicht ausschließen.

„Es besteht eine reale Möglichkeit, dass wir russischer Aggression gegenüberstehen könnten“, sagte Kubilius laut Radio Free Europe/Radio Liberty.

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Ukraines Drohnenerfahrung

Kubilius verwies auf die Kampferfahrungen der Ukraine als wichtige Ressource für Europas künftige Verteidigungsplanung.

Seinen Angaben zufolge zieht Kyjiws Expertise in der Drohnenkriegsführung bereits internationale Aufmerksamkeit auf sich. Er verwies darauf, dass Saudi-Arabien die Ukraine angeblich um Hilfe gebeten habe, um Millionen von Abfangdrohnen zu produzieren, und dass die US-Armee Berichten zufolge um Unterstützung der Ukraine bei der Abwehr iranischer Drohnen während des anhaltenden Krieges im Nahen Osten gebeten habe.

Der Kommissar forderte die Europäische Union auf, die ukrainische Verteidigungsindustrie in das breitere europäische Verteidigungssystem zu integrieren. Eine solche Zusammenarbeit, sagte er, würde die militärische Unabhängigkeit des Bündnisses stärken.

Er schlug außerdem vor, dass die Ukraine künftig Teil einer Europäischen Verteidigungsunion werden könnte – gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich und Norwegen.

Ausweitung der Drohnenkriegsführung

Die Ukraine stützt sich in ihrem Krieg mit Russland weiterhin stark auf unbemannte Systeme. Nach Angaben des ukrainischen Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj trafen ukrainische Drohnen allein im Februar mehr als 105.200 russische Ziele.

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Ukrainische Behörden sagen, das weltweite Interesse an ihrer Drohnentechnologie nehme zu. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, mehrere Länder hätten sich an die Ukraine gewandt, um Systeme zu erwerben, die große Drohnenangriffe abwehren können.

Die Financial Times berichtete, dass die Vereinigten Staaten und ein namentlich nicht genannter Golfstaat Interesse am Kauf ukrainischer Abfangdrohnen gezeigt hätten, die zum Abschuss iranischer Shahed-Drohnen entwickelt wurden.

Unterdessen sagte Syrskyj, Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Russland plane, seine Streitkräfte für unbemannte Systeme bis zum 1. April auf etwa 101.000 Angehörige zu erweitern.

Quellen: Radio Free Europe/Radio Liberty, Financial Times

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