Antike Funde in der Türkei zeigen den ältesten bekannten Hund.
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Neue genetische Erkenntnisse stellen bisherige Annahmen darüber infrage, wann Hunde erstmals zu Begleitern des Menschen wurden.
Zwei große Studien deuten darauf hin, dass diese Beziehung deutlich früher begann als bisher angenommen.
Forschung, veröffentlicht in Nature, legt nahe, dass Hunde bereits vor fast 16.000 Jahren mit Menschen lebten – etwa 5.000 Jahre früher als bisherige Schätzungen.
Wissenschaftler hatten lange Schwierigkeiten, den Ursprung der Hunde zu bestimmen, da frühe Hunde und Wölfe sich stark ähneln.
Die neuen Studien basieren auf DNA-Analysen, die genauere Einblicke in die Domestikation ermöglichen.
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Älteste DNA entdeckt
Eine der Studien identifizierte die bislang älteste bekannte Hunde-DNA.
Die Überreste stammen aus einem Schädelfragment, das in Pınarbaşı in der heutigen Türkei gefunden wurde.
Laut den Forschern, darunter William A. Marsh und Lachie Scarsbrook, handelte es sich um ein junges Weibchen, das vor etwa 15.800 Jahren lebte.
Mitautor Laurent Frantz von der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärte, das Tier habe einem kleinen Wolf geähnelt.
Der Fund ist deutlich älter als das zuvor älteste bekannte Hunde-DNA-Material, das auf etwa 10.900 Jahre datiert wurde.
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Verbreitung in Europa
Eine zweite Nature-Studie unter Leitung von Anders Bergström und Pontus Skoglund untersuchte Funde aus Südwestengland, die etwa 14.300 Jahre alt sind.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hunde damals bereits weit in Europa verbreitet waren.
Die Forscher analysierten Genome von 216 alten Hunden und Wölfen, um ihre Entwicklung und Ausbreitung zu verfolgen.
„Es ist wie ein Puzzle. Hunde sind höchstwahrscheinlich eine Mischung aus zwei Arten von Grauwölfen“, sagte Pontus Skoglund vom Francis Crick Institute.
Die Studie zeigt außerdem, dass Hunde bereits von Jägern und Sammlern domestiziert wurden, bevor Bauern vor etwa 10.000 Jahren nach Europa kamen.
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„Hunde waren zweifellos wichtig für unsere Vorfahren“, fügte Skoglund hinzu.

Frühe Bindung zwischen Mensch und Hund
Welche Rolle Hunde in der Eiszeit spielten, ist noch nicht vollständig geklärt, doch Forscher vermuten, dass sie bei Jagd oder Schutz halfen.
Funde aus Grabstätten in Pınarbaşı, bei denen Welpen über menschlichen Gräbern lagen, deuten auf eine enge emotionale Verbindung hin.
Trotz der Fortschritte bleiben wichtige Fragen offen.
„Die Suche nach dem fehlenden Bindeglied geht weiter“, sagte Skoglund und betonte, dass die genetische Lücke zwischen Wölfen und frühen Hunden noch nicht vollständig verstanden ist.
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Quellen: Nature, Ludwig-Maximilians-Universität München, Francis Crick Institute