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Russen werden plötzlich von Apple-ID-Zahlungen abgeschnitten

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Russische iPhone-Nutzer sehen sich neuen Einschränkungen bei digitalen Zahlungen gegenüber, da ein wichtiger Ausweichmechanismus plötzlich wegfällt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Berichten über wachsenden Druck russischer Behörden auf Apple.

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Russen haben laut The Moscow Times die Möglichkeit verloren, ihre Apple-ID-Konten über die Mobilfunkabrechnung aufzuladen.

Diese Zahlungsmethode war weit verbreitet, nachdem Visa und MasterCard im Jahr 2022 ihre Aktivitäten in Russland eingestellt hatten.

Nutzer, die versuchen, Guthaben hinzuzufügen, erhalten nun die Meldung: „Die Zahlung per Mobiltelefon ist vorübergehend nicht verfügbar, bitte versuchen Sie es später erneut.“

Plötzlicher Stopp

Nach Angaben von The Moscow Times hatten große russische Mobilfunkanbieter ihre Kunden Anfang der Woche gewarnt, ihre Konten im Voraus aufzuladen.

Sie rieten den Nutzern, ausreichend Guthaben für bis zu ein Jahr hinzuzufügen, was darauf hindeutet, dass die Einschränkung erwartet wurde.

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Das Medium berichtete, dass die Änderung Käufe wie Apps, Abonnements, Musik und Filme betrifft, die mit Apple-ID-Konten verknüpft sind.

Druckmittel

Laut The Moscow Times erklärten anonyme Regierungsquellen, die Einschränkung könne mit dem Versuch zusammenhängen, Druck auf Apple auszuüben.

Die Quellen teilten Medien mit, dass das Ministerium für digitale Entwicklung Mobilfunkanbieter angewiesen habe, Zahlungen vorübergehend zu blockieren.

„Das Ministerium für digitale Entwicklung ist der Ansicht, dass vorübergehende Einschränkungen durch die Anbieter [Apple] dazu bewegen könnten, russisches Recht einzuhalten, da die entgangenen Gewinne andernfalls zu hoch wären“, wurde eine Regierungsquelle von Interfax zitiert.

Russische Behörden haben den Schritt bislang nicht offiziell bestätigt.

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Politische Reaktionen

Einige Abgeordnete haben die Auswirkungen der Entscheidung infrage gestellt.

Nach Angaben von The Moscow Times forderte der stellvertretende Sprecher der Staatsduma, Wladislaw Dawankow, „detaillierte offizielle Erklärungen“ zu den Einschränkungen.

Ein weiterer Abgeordneter, Anton Tkatschow, erklärte, die Maßnahme werde vor allem gewöhnliche Nutzer betreffen und dürfte Apples Politik kaum beeinflussen.

Analysten schätzen, dass es in Russland rund 16 Millionen iPhone-Nutzer gibt, von denen etwa die Hälfte regelmäßig Käufe tätigt oder Abonnements bezahlt, berichtete das Medium.

Quellen: The Moscow Times, Interfax

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