Startseite Krieg In einer russischen Rakete gefundenes Zigarettenmaterial aus Europa

In einer russischen Rakete gefundenes Zigarettenmaterial aus Europa

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Millionen von Zigaretten werden jeden Tag auf der ganzen Welt geraucht; ihre Filter werden achtlos weggeworfen.

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Nur wenige Raucher machen sich Gedanken darüber, woraus diese Materialien bestehen oder wo sie sonst noch verwendet werden könnten.

Einige der gleichen Substanzen, die in alltäglichen Zigarettenfiltern enthalten sind, werden nun mit Waffen in Verbindung gebracht, die an der Front im Krieg in der Ukraine eingesetzt werden.

Lieferkette aufgedeckt

Eine Untersuchung von StateWatch und United24 Media, die vom Kyiv Independent zitiert wurde, ergab, dass in Russland hergestellte Materialien in der russischen Raketenproduktion verwendet werden.

Dem Bericht zufolge wurde das von der europäischen Firma Cerdia hergestellte Celluloseacetat über Zwischenhändler zum Permer Pulverwerk in Russland geleitet.

Die Anlage spielt eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von Treibstoff für Kalibr-Marschflugkörper.

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Zivile Ursprünge

Celluloseacetat wird häufig in Zigarettenfiltern verwendet, dient aber auch als kritische Komponente in Schießpulver und Raketentreibstoff.

Russland ist nicht in der Lage, das Material in ausreichenden Mengen selbst herzustellen, sodass Importe unerlässlich sind.

Die Untersuchung ergab, dass mindestens 30 Tonnen der Substanz geliefert und später in der Waffenherstellung verwendet wurden.

Zwischenhändlernetzwerk

Der Bericht beschreibt ein vielschichtiges System, an dem zivile Unternehmen und Zwischenhändler beteiligt sind.

Firmen wie Gulbakhars Rus LLC und Sertov LLC importierten die Materialien, wobei Sertov als Brücke zum Verteidigungssektor fungierte.

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Ein weiteres Unternehmen, A2 Group LLC, wurde als wichtiger Vermittler identifiziert, der ausländische Güter an Militärproduzenten liefert.

Auswirkungen auf Waffen

Den Ergebnissen zufolge werden Cellulosederivate in mehreren russischen Waffensystemen verwendet.

Dazu gehören Kalibr-Marschflugkörper, KAB-Lenkbomben, S-300- und Buk-Luftverteidigungssysteme sowie die Interkontinentalrakete Jars.

Ein Schreiben des Raketenherstellers NPO Nowator bestätigte die Abhängigkeit von ausländisch gelieferten Materialien aufgrund von inländischen Engpässen.

Herausforderungen bei Sanktionen

Trotz der Sanktionen gegen Güter mit doppeltem Verwendungszweck hat Russland weiterhin Materialien über indirekte Wege bezogen.

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Die Untersuchung zeigt, wie zivile Lieferketten und Drittparteien genutzt werden, um Beschränkungen zu umgehen.

Frühere Berichte des Kyiv Independent haben ebenfalls ergeben, dass europäische Chemikalien weiterhin über Schlupflöcher nach Russland gelangen.

Quellen: StateWatch, United24 Media, Kyiv Independent