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Mannequins bewachen Putins Gefangene: Russlands Justizvollzug im Personalnotstand

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Jonas Petrovas / Shutterstock.com

Das russische Gefängnissystem hat seit Langem einen bestimmten Ruf.

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Von den Gulags der Sowjetzeit bis zu modernen Strafkolonien, die für ihre harten Bedingungen bekannt sind. Russland hat all das.

Doch während dieses Bild strenge Kontrolle suggeriert, deuten neue Berichte darauf hin, dass das System nun Schwierigkeiten hat, selbst grundlegende Personalbestände aufrechtzuerhalten.

In einigen Fällen ist der Mangel so gravierend geworden, dass Gefängnisse zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen, um den Anschein von Sicherheit zu wahren.

Gravierende Personalengpässe

Das russische Justizvollzugssystem kämpft mit einer massiven Personalkrise, wobei der Personalmangel in einigen Regionen bis zu 70 % erreicht, so die Novaya Gazeta Europe, zitiert von Digi24.

Offizielle Stellen hatten zuvor einen durchschnittlichen landesweiten Personalmangel von etwa 37 % eingeräumt.

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Als Reaktion darauf sollen einige Gefängnisse Berichten zufolge Mannequins in Wachtürmen platziert haben, um den Eindruck einer vollständigen Personalbesetzung zu erwecken.

Probleme mit niedriger Bezahlung

Ehemalige Mitarbeiter geben an, dass niedrige Gehälter ein Hauptgrund für den Personalmangel sind.

„Es ist heutzutage unmöglich, dort zu arbeiten“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter dem Medium.

„Die Gehälter sind niedrig, während die Arbeitsbelastung und die Anforderungen übermäßig sind. Es gibt nicht genug Personal – manchmal stellen sie sogar Mannequins in die Wachtürme, um den Personalmangel vor den Gefangenen zu verbergen.“

Hohe Arbeitsbelastung

Diejenigen, die noch im System arbeiten, sind oft extremem Druck ausgesetzt.

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„Wenn Sie morgens nach Hause gehen sollen, aber Ihre Arbeit nicht beenden können, gehen Sie erst abends nach Hause. Diese Überstunden sind oft unbezahlt“, sagte ein anderer Mitarbeiter.

Einige Abteilungen sollen drastisch geschrumpft sein, was das verbleibende Personal dazu zwingt, mehrere Rollen zu übernehmen.

Belastung des Systems

Die Personallücke wirkt sich auch auf die Haftbedingungen aus.

Insassen haben Verzögerungen bei der Postzustellung, eine sinkende Lebensmittelqualität und eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung gemeldet.

Ein Mitarbeiter beschrieb die Bedingungen in seiner Einrichtung als „totales Chaos“.

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Sich ändernde Dynamik

Die Situation wird zusätzlich durch die Rekrutierung von Gefangenen in die russische Armee erschwert.

„Derzeit fällt es dem Personal schwer, mit Gefangenen umzugehen… heute ist er ein Sträfling, und morgen könnte er ein ‚heldenhafter Verteidiger des Vaterlandes‘ werden“, sagte ein Mitarbeiter.

Diese Verschiebung hat die Art und Weise verändert, wie Wärter mit Insassen interagieren.

Quellen: Novaya Gazeta Europe, TVP World, Digi24.

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