Die Antarktis zeigt Anzeichen von Wachstum, doch Wissenschaftler warnen, dass diese Entwicklung nur von kurzer Dauer sein könnte.
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Neue Erkenntnisse deuten auf eine Verschiebung im Gleichgewicht zwischen Schneefall und Schmelzen hin und zeichnen ein komplexeres Bild des Klimawandels.
Laut TV2 News, unter Berufung auf eine in Nature Communications veröffentlichte Studie und unterstützt vom dänischen DMI, hat die gesamte Eismasse des Kontinents seit 2020 zugenommen.
Ein fragiles Gleichgewicht
Forscher sagen, dass der Zuwachs durch stärkeren Schneefall verursacht wird, der derzeit den Eisverlust ins Meer ausgleicht.
Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu erhöhten Niederschlägen über dem riesigen Eisschild führt.
Ruth Mottram vom DMI sagte: „Es ist ein empfindliches Gleichgewicht. Der Schneefall gleicht derzeit den Verlust aus, aber wir bewegen uns auf einem schmalen Grat.“
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Sie warnte, dass selbst kleine Veränderungen in atmosphärischen oder ozeanischen Bedingungen den Trend schnell umkehren könnten.
Wie es geschieht
Die Studie basiert auf Satellitenmessungen, die Veränderungen im Gravitationsfeld der Erde verfolgen und es Wissenschaftlern ermöglichen, die Eismasse im Zeitverlauf zu überwachen.
Diese Beobachtungen wurden mit Klimamodellen und globalen Wetterdaten kombiniert, um abzuschätzen, wie viel Eis durch Schnee hinzugewonnen und durch Schmelzen verloren wird.
Der Klimawissenschaftler Abraham Torres erklärte: „Satellitendaten zeigen, dass das Meereis rund um die Antarktis deutlich zurückgegangen ist.“
Er fügte hinzu: „Wir haben Satellitendaten zum Meereis im Modell verwendet und können insbesondere im Winter einen Anstieg des Schneefalls erkennen, da es durch den offenen Ozean zu mehr lokaler Verdunstung kommt.“
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Globale Auswirkungen
Trotz des jüngsten Anstiegs betonen Wissenschaftler, dass sich die langfristigen Aussichten nicht geändert haben.
Der zusätzliche Schneefall stoppt den fortschreitenden Anstieg des Meeresspiegels nicht, da schmelzendes Eis weiterhin die Ozeane weltweit beeinflusst.
Veränderungen in der Eismasse der Antarktis können Meeresströmungen und Sturmsysteme beeinflussen, mit ungleichmäßigen Auswirkungen in verschiedenen Regionen.
Laut DMI wird Schmelzwasser aus der Antarktis erheblich zum Anstieg des Meeresspiegels in Ländern wie Dänemark beitragen.
Keine langfristige Entlastung
Experten betonen, dass das aktuelle Wachstum nicht als Umkehr des Klimatrends verstanden werden sollte.
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Vielmehr handelt es sich um eine vorübergehende Verschiebung innerhalb eines äußerst empfindlichen Systems.
Kleine Schwankungen bei Temperaturen oder ozeanischen Bedingungen könnten die Antarktis schnell wieder in Richtung eines Netto-Eisverlusts kippen lassen.
Quellen: TV2 News, DMI, Nature Communications