Eine öffentliche Entschuldigung von Wladimir Putin Monate nach einem tödlichen Flugzeugabsturz markierte einen Wendepunkt in einem diplomatischen Streit zwischen Russland und Aserbaidschan.
Der Vorfall, der sich am Weihnachtstag 2024 ereignete, hatte bereits erhebliche Spannungen ausgelöst, wobei Aserbaidschan Moskau früh die Verantwortung zuschrieb.
Laut Digi24.ro hat Russland nun offiziell eingeräumt, dass seine militärischen Systeme für den Abschuss des Flugzeugs der Azerbaijan Airlines verantwortlich waren.
Verspätetes Eingeständnis
Putin äußerte sich erstmals im Oktober 2025 zu dem Vorfall, zeigte Bedauern und versprach Verantwortung während eines Treffens mit dem Präsidenten Aserbaidschans.
Diese Erklärung bestätigte faktisch Russlands Beteiligung nach Monaten des Leugnens, die die Beziehungen zwischen beiden Ländern belastet hatten.
Eine spätere gemeinsame Erklärung bezeichnete den Vorfall als „unbeabsichtigt“ und bestätigte, dass sich beide Seiten auf Entschädigungen geeinigt hätten, ohne jedoch Details zu veröffentlichen.
Was geschah
Das Flugzeug, eine Embraer 190 auf dem Weg von Baku nach Grosny, wurde beim Anflug auf sein Ziel beschädigt.
Russische Behörden erklärten, der Vorfall habe sich während Maßnahmen zur Abwehr von Luftbedrohungen in der Region ereignet, ohne zunächst einzuräumen, dass ein ziviles Flugzeug getroffen wurde.
Nach dem Treffer versuchte die Besatzung auszuweichen, konnte jedoch auf nahegelegenen Flughäfen nicht landen.
Das Flugzeug überquerte schließlich das Kaspische Meer und stürzte nahe Aktau in Kasachstan ab.
Widersprüchliche Darstellungen
Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev hatte Russland zuvor beschuldigt, die Verantwortung vertuschen zu wollen.
Er sagte, das Flugzeug sei zunächst durch elektronische Störungen außer Gefecht gesetzt und anschließend vom Boden aus getroffen worden, und wies alternative Erklärungen zurück.
Der Streit eskalierte, als Aserbaidschan signalisierte, den Fall vor den Internationalen Gerichtshof bringen zu wollen.
Offene Fragen
An Bord befanden sich 67 Menschen, darunter die Besatzung; 38 wurden als tot bestätigt, 29 überlebten.
Von Reuters zitierte Berichte deuten darauf hin, dass am Tag des Absturzes mindestens ein nahegelegener Flughafen geschlossen war, was weitere Fragen zum Krisenmanagement aufwirft.
Obwohl Russland inzwischen die Verantwortung eingeräumt hat, bleiben zentrale Details des Vorfalls sowie der vereinbarten Entschädigung unklar.
Quellen: Digi24.ro, Reuters