Startseite Polizei Mordurteil nach 26 Jahren aufgehoben: Mann nach neuer Beweislage freigelassen

Mordurteil nach 26 Jahren aufgehoben: Mann nach neuer Beweislage freigelassen

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Die Familie des Babys glaubt jedoch weiterhin, dass er für den Tod verantwortlich war.

Eine langjährige Mordverurteilung in Colorado wurde aufgehoben, was Fragen zum Tod eines Kindes in den späten 1990er-Jahren erneut aufwirft. Die Entscheidung folgt einer neuen Expertenanalyse, die die ursprünglichen Erkenntnisse infrage stellt.

Das Urteil hat einen Mann freigelassen, der mehr als zwei Jahrzehnte hinter Gittern verbrachte, während es die Familie des Opfers in anhaltender Trauer zurücklässt.

Stephen Martinez aus Denver wurde im Jahr 2000 wegen des Todes der kleinen Tochter seiner Freundin, Heather Mares, verurteilt, wie CBS News berichten.

Er hatte im Oktober 1998 den Notruf 911 gewählt und gemeldet, dass das Baby würgte. Einsatzkräfte fanden später einen Schädelbruch und blutbefleckte Laken.

Ermittler sagten, Martinez habe zugegeben, das Baby geschüttelt und ihren Kopf gegen ein Kinderbett geschlagen zu haben, obwohl er beteuerte, es sei ein Unfall gewesen, wie von 9News zitierte Gerichtsakten zeigen. Er wurde zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt.

Neue medizinische Zweifel

Am 21. April hob Richter Andrew Luxen die Verurteilung auf, nachdem neue Beweise vom Korey Wise Innocence Project vorgelegt worden waren, wie die Associated Press berichtete. Experten vermuteten, dass das Kind möglicherweise an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Lungenentzündung und nicht an Misshandlung gestorben war.

Der Richter ordnete Martinez’ sofortige Freilassung an. Denvers Bezirksstaatsanwalt John Walsh sagte, dass mehrere medizinische Spezialisten die ursprüngliche Todesursache infrage stellten und dass unabhängige Gutachten diese Schlussfolgerungen stützten.

„Das Korey Wise Innocence Project legte meinem Büro mehrere glaubwürdige medizinische Gutachten vor, die die ursprüngliche Feststellung, dass Heathers Tod durch körperliche Misshandlung verursacht wurde, infrage stellten“, sagte Walsh in einer Erklärung.

„Mein Leben wurde vor 27 Jahren gestoppt“

Trotz des Urteils ist Heather Mares’ Familie weiterhin davon überzeugt, dass Martinez verantwortlich war. Richter Luxen wies ihre Einwände vor Gericht zurück.

„Mein Leben wurde vor 27 Jahren gestoppt, zusammen mit dem unserer Familie“, sagte ihre Mutter, Kim Estrada, unter Tränen, wie die AP berichtete.

Walsh sagte, die Staatsanwaltschaft könne die Schuld nicht länger zweifelsfrei beweisen und habe sich daher der Aufhebung der Verurteilung nicht widersetzt.

Er fügte hinzu, dass es in der ursprünglichen Untersuchung „kein Fehlverhalten“ gegeben habe, und nannte den Fall ein Beispiel dafür, wie das Justizsystem frühere Entscheidungen neu bewertet.

Quellen: 9News, CBS News, AP, Erklärung von Bezirksstaatsanwalt John Walsh